Deut(sch)lich – Deutsch lernen macht Spaß!

Das Blog des Sprachzentrums TANDEM Göttingen

Wo begenet man einem Tollpatsch?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 22. Oktober 2014

„Ich bin ein richtiger Tollpatsch: Am Montag habe ich ein Glas fallen lassen, gestern bin ich gestolpert und heute bin ich gegen die Tür gelaufen.“

TollpatschWer kennt das nicht? Ein bisschen Tollpatsch steckt doch in jedem von uns. Mal läuft man gegen die Tür, mal fällt etwas aus der Hand und noch vieles mehr. Tollpatsch ist der Name für eine ungeschickte Person. Doch woher stammt der Begriff Tollpatsch eigentlich?
Seinen Ursprung hat er im ungarischen Wort „talpas“, das breiter Fuß bedeutet. Früher hat man ungarische Fußsoldaten scherzhaft mit diesem Begriff bezeichnet. Die beiden deutschen Wörter „toll“ und „patschen“ klingen so ähnlich wie das ungarische Wort „talpas“. Toll kann unter anderem dumm oder verrückt bedeuten. Patschen meint ein klatschendes Geräusch. Durch diese Ähnlichkeit kam der Begriff zu der heutigen Bedeutung.
Im Jahr 2008 erhielt das Wort „Tollpatsch“ sogar den 1. Platz im Wettbewerb des Goethe-Instituts „Das beste eingewanderte Wort”.

Bist du auch ein Tollpatsch? Was ist dir schon passiert?

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Wer macht eine Katzenwäsche?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 15. Oktober 2014

„Mama, ich bin fertig.“
„Hast du dich auch gewaschen?“
„Natürlich.“
„Lass mal sehen. Ich denke, du hast nur eine Katzenwäsche gemacht. Deine Finger sind noch ganz schmutzig.“

Jeder kennt das. Man hat nichkatzet viel Zeit und spritzt sich nur ein paar Tropfen Wasser ins Gesicht, fertig ist die morgendliche Wäsche. Oft wird dieses schnelle Waschen als Katzenwäsche bezeichnet.

Aber woher kommt der Begriff Katzenwäsche?

Katzen lecken sich am ganzen Körper sauber. Das passiert oft sogar mehrmals am Tag. Sie sind eigentlich sehr saubere Tiere.

Doch warum dann diese Verbindung einer schnellen Wäsche mit dem Begriff Katzenwäsche?

Wenn wir uns waschen möchten, brauchen wir Wasser. Katzen und Wasser sind dagegen keine guten Freunde. Katzen halten ihre Pfote nur kurz ins Wasser und ziehen sie dann schnell wieder zurück. Wenn wir uns also nur sehr schnell und flüchtig waschen, verhalten wir uns wie Katzen. Daher stammt der Begriff Katzenwäsche.

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Wer ist der Hellste?

Posted by hilkoimsprachzentrum - 9. Oktober 2014

“Hell” bedeutet im Deutschen eigentlich “mit viel Licht”. Es gibt aber auch einen speziellen Ausdruck: Wenn jemand “nicht der Hellste ist”, dann heißt das, dass er nicht besonders intelligent ist.

Ein Göttinger, der dagegen sicherlich zu den Hellsten gehört, hat gestern den Nobelpreis für Chemie bekommen: Herzlichen Glückwunsch, Stefan Hell!

Hell gehört damit zu den weit über 40 Nobelpreisträgern, die eine Verbindung zu Göttingen haben oder hatten.

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Konsonantensalat

Posted by hilkoimsprachzentrum - 1. Oktober 2014

In deutschen Worten gibt es manchmal viele Konsonanten hintereinander, wie zum Beispiel im Wort zukunftsträchtig. Deutsche können diese Wörter normalerweise einigermaßen problemlos aussprechen, aber für viele Deutschlernerinnen und Deutschlerner sind es eher Zungenbrecher. Wir haben für Euch ein kleines Arbeitsblatt mit solchen Wörtern zusammengestellt.

Konsonantensalat

 

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Wie schnell wächst eigentlich ein Affenzahn?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 23. September 2014

„Schau mal, da vorne. Der blaue Golf fährt mit einem Affenzahn um die Kurve.“

AffeWenn jemand mit einem Affenzahn fährt oder einen Affenzahn draufhat, bedeutet dies, dass er mit hoher Geschwindigkeit unterwegs ist.

Manche Zeitungen schreiben es, manche Personen benutzen es, aber woher stammt eigentlich der Ausdruck „Affenzahn“?

Betrachtet man den Ausdruck „Affenzahn“ genau, so erkennt man die beiden Wörter „Affe“ und „Zahn“. Sicherlich haben die meisten schon einmal Affen im Zoo beobachtet und darüber gestaunt, wie geschickt und schnell sie sich von Baum zu Baum bewegen.
Und wie kommt dann der Zahn ins Spiel?
Wahrscheinlich stammt die Redewendung „einen Zahn zulegen“ aus dem Mittelalter. Früher hat man über offenem Feuer gekocht. Der Topf wurde mit einer Kette an verschiedenen Haken (Zähnen) befestigt. Wenn das Essen schneller fertig sein sollte, hängte man den Topf einen Haken (Zahn) weiter nach unten. Man legte also wortwörtlich einen Zahn zu. Andere Erklärungen sehen einen Zusammenhang mit Maschinen und Zahnrädern oder ersten Autos.

Affenzahn verbindet also zwei Begriffe, die mit Geschwindigkeit zu tun haben.

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Stilblüten, Teil 14

Posted by hilkoimsprachzentrum - 16. September 2014

Hier kommen mal wieder ein paar lustige Dinge aus meinem Unterricht. Viel Spaß damit!

Spesen – ist das der Plural von Spaß?” (ein Schüler aus Großbritannien)

Der gleiche Schüler beim Vorlesen: “Die schwierige Mutter” (statt die Schwiegermuter)

Ist das ein Todeskoffer? (ein Schüler aus der Schweiz, der einen Sarg auf einem Bild entdeckt hat)

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Wo treffen sich Schluckspecht und Schnapsdrossel?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 10. September 2014

specht

Specht

„Du trinkst ja schon wieder ein Bier. Du bist ein Schluckspecht!“

„Und du? Du bist eine Schnapsdrossel.“

Wer kennt sie nicht? Schnapsdrossel und Schluckspecht sind Personen, denen man häufig in Kneipen oder Bars begegnet. Die beiden Begriffe bezeichnen Personen, die gerne und viel Alkohol trinken.

Doch woher stammen diese Begriffe eigentlich? Was haben Specht und Drossel mit Alkohol zu tun?

Es gibt viele verschiedene Arten von Spechten. Manche Arten schlagen mit ihren Schnäbeln Löcher in die Rinde von Bäumen. Danach trinken sie den Saft der Rinde. Sie sind demzufolge wortwörtlich Schluckspechte.

Die Schnapsdrossel dagegen hat nichts mit dem Vogel Drossel zu tun. Früher hat man die Kehle oft auch als Drossel bezeichnet. Heute erkennt man dies beispielsweise noch beim Verb erdrosseln ( = erwürgen).

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Wohin fliegt eigentlich der Pechvogel?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 4. September 2014

„Oh nein, schon wieder verloren. Ich bin ein richtiger Pechvogel.“

Eine Person, die kein Glück hat, nennt man Pechvogel. Er ist ein bekanntes Phänomen. Doch woher kommt dieser Begriff eigentlich?

Sieht man sich das Wort genau an, so erkennt man die Wörter „Pech“ und „Vogel“. Pech ist eine schwarze, klebrige Flüssigkeit. Aber Pechvogel? Früher hat man oft Pech auf die Äste von Bäumen gestrichen, um Vögel zu fangen. Ist dann ein Vogel auf den Ast geflogen, ist das Pech in den Federn kleben geblieben und er konnte nicht mehr fliegen. Hier ist also eine Verbindung von Vogel und Pech zu erkennen. Im 18. Jahrhundert haben Studenten dann den Begriff „Pechvogel“ für Personen, die kein Glück haben, verwendet. Heute sehen viele Personen Pech als etwas Negatives und als Gegenteil von Glück. Viele kennen das Märchen von „Goldmarie und Pechmarie“ und sehen schwarze Vögel wie z.B. Raben als Unglücksbringer.

Ein Pechvogel ist also das Gegenteil von einem Glückspilz.

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Was ist eine Provinzposse?

Posted by hilkoimsprachzentrum - 26. August 2014

Eine Posse ist eigentlich ein Theaterstück, das das Publikum durch verrückte Komik zum Lachen bringen soll. Heutzutage verwendet man es allerdings kaum noch in dieser Originalbedeutung, sondern denkt eher an ein Ereignis in der Realität, das so absurd oder albern ist, dass man kaum glauben kann, dass es wahr ist. Wenn das Ganze dann noch in einer kleinen Stadt oder einem Dorf stattfindet, dann spricht man etwas abfällig von einer Provinzposse.

Eine solche Provinzposse gab es gerade bei uns in Göttingen. In Göttingen gibt es einen Robert-Gernhardt-Platz, der nach dem berühmten Dichter Robert Gernhardt (1937-2006) benannt ist. Gernhardt hatte längere Zeit auch in Göttingen gewohnt und war der Stadt immer verbunden geblieben. Neben seinen ernsten und oft tragikomischen Gedichten hatte Gernhardt auch viele verrückte, lustige Gedichte geschrieben. Ein Beispiel ist dieses über den Kragenbär:Kragenbär

Tierwelt – Wunderwelt
Der KRAGENBÄR in seinem Kragen
weiß nichts vom Singen und vom Sagen.
Nie traf er auch nur einen Ton.
Von Sängern dacht’ er voller Hohn,
und angesichts des Sternenlichts
da blieb er stumm und sagte nichts.
Er sang nicht auf der Maienflur,
bei Diskussionen schwieg er nur.
Wie anders Goethe, Kant und Benn,
die weniger Verschwiegenen!
Sie ehret heute Flott’ und Heer,
Vom Kragenbär spricht niemand mehr.

Welch ein Irrtum! Ganz Göttingen spricht vom Kragenbären. Einige mit Gernhardt befreundete Künstler wollten der Stadt nämlich eine kleine Kragenbär-Skulptur schenken. Allerdings bezog sich diese Skulptur auf ein anderes Gedicht von Gernhardt, einen albernen Zweizeiler über einen masturbierenden Kragenbär. Die Skulptur deutet dieses sehr dezent an, ohne jedes obszöne Detail.

Man muss die Skulptur nicht schön finden, aber schön ist die Diskussion, die daraufhin in der Stadt anfing. Politiker, Künstler und viele andere Menschen streiten sich nun darüber, ob man so eine Skulptur akzeptieren kann oder ob sie zu peinlich ist. Im Moment sieht es so aus, als ob eine Mehrheit das Geschenk ablehnen würde. Was Robert Gernhardt selbst wohl dazu gesagt hätte?

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Wo wächst ein Glückspilz?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 19. August 2014

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Fliegenpilze

Woher kommt eigentlich der Begriff Glückspilz ?

„Du bist ein Glückspilz. Immer hast du Glück, dir gelingt alles, was du möchtest.“
Eine Person, die oft Glück hat, wird als Glückspilz bezeichnet.
Doch woher stammt dieser Ausdruck?

Der Begriff des Glückspilzes stammt laut Herkunftswörterbuch aus dem 18. Jahrhundert und wird von dem englischen Wort mushroom abgeleitet. Dies bedeutet(e) sowohl Pilz als auch Emporkömmling, also jemand, der wie aus dem Nichts aus dem Boden hervorkommt. Zunächst mit negativer Konnotation verwendet, erlangte der Begriff erst im 19. Jahrhundert eine neutralere bzw. positivere Bedeutung ( siehe z.B. hier) und wird häufig mit Glückskind gleichgesetzt.

Meist wird der bekannte Fliegenpilz als Glückspilz betrachtet. Mittlerweile ist der Begriff unter anderem auch Namensgeber für Filme, Geschichten und Gedichte.

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