Deut(sch)lich – Deutsch lernen macht Spaß!

Das Blog des Sprachzentrums TANDEM Göttingen

Archiv für Mai 2011

Im Nebensatz stehen die Verben am Ende, obwohl…

Geschrieben von hilkoimsprachzentrum am 30. Mai 2011

In Nebensätzen stehen die Verben am Ende, weil… das klingt dann besser. :-)

Ein Dauerbrenner im Deutsch-Unterricht ist die Position der Verben. Hier schleichen sich immer wieder Fehler ein, auch bei fortgeschrittenen Deutschlernern. Die Regeln dazu sind eigentlich gar nicht so schwierig, aber für die meisten Lerner ist die Verb-Position nicht intuitiv, weil sie in ihren Muttersprachen eben anders oder sehr flexibel ist.

Es wird noch ein bisschen schwieriger dadurch, dass auch die Deutschen manchmal ein bisschen von den strengen Regeln abweichen. Einige Deutschbücher führen schon die Nebensatzkonnektoren weil und obwohl an: Wenn man nach diesen Konnektoren eine ganz kurze Sprechpause einlegt, kann man in Hauptsatzstellung weitersprechen (aber bitte niemals schreiben!). Es klingt so, als ob man sich einfach noch mal überlegt hätte, was man genau sagen wollte.

Zum Beispiel in diesem Satz: Ich gehe gern zum Deutschkurs, weil… Deutschlernen macht einfach Spaß.
Die drei Punkte stehen hier für die kurze Sprechpause. Der Satz hat die gleiche Bedeutung wie Ich gehe gern zum Deutschkurs, weil Deutschlernen einfach Spaß macht.

Aber Achtung: Wenn ich das mit obwohl (oder auch mit wobei) mache, verändert der Satz seine Bedeutung!

„Ich gehe mit dir ins Kino, obwohl ich schon verabredet bin.“
bedeutet etwas ganz anderes als
„Ich gehe mit dir ins Kino, obwohl… ich bin schon verabredet.“

Der erste Satz heißt, dass ich mit ins Kino komme. Ich habe zwar schon eine andere Verabredung, aber die sage ich ab.
Der zweite Satz heißt, dass ich nicht mit ins Kino komme. Ich habe zwar zuerst „ja“ gesagt, aber dann ist mir eingefallen, dass ich gar keine Zeit habe.

Manchmal muss man also auch beim Zuhören auf die Wortstellung achten, nicht nur beim Sprechen und Schreiben. Aber keine Sorge: Mimik und Intonation helfen ja auch noch beim Verstehen.

Ganz wichtig: Mit anderen Nebensatzkonnektoren geht das nicht, da sollten die Verben immer am Ende stehen!

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Herein (wenn’s kein Schneider ist)!

Geschrieben von hilkoimsprachzentrum am 26. Mai 2011

Früher hatte Deutsch eine klare Unterscheidung zwischen „herein“ und „hinein“, „herauf“ und „hinauf“, „herunter“ und „hinunter“, und so weiter. Die Wörter mit „her“ hießen „zu mir“, die mit „hin“ hießen „von mir weg“. Wenn ich also mit jemandem oben an der Treppe stand, konnte ich sagen „Geh hinunter“. Stand ich unten und der andere oben, sagte ich „Komm herunter“.

Heute ist dieser Unterschied fast verschwunden, zumindest in der mündlichen Sprache. Stattdessen sage ich in beiden Fällen einfach „runter“: „Geh runter“ oder „Komm runter“. Das ist natürlich viel einfacher. In einigen Situationen benutzt man allerdings noch die älteren Formen. Etwa, wenn jemand an die Tür meines Büros klopft – dann kann ich nach wie vor „Herein“ sagen (oder auch „Ja bitte?“). „Rein“ würde hier fast aggressiv klingen.

Manchmal sagt man auch noch scherzhaft „Herein, wenn’s kein Schneider ist“. Das hat allerdings nichts damit zu tun, dass man etwas gegen den Beruf des Schneiders hat. Der Schneider steht hier vielmehr für den Schnitter, den Mann mit der Sense – und der ist ein Symbol für den Tod. Man kann das also als „Sie dürfen hereinkommen, wenn Sie nicht der Tod sind und mich holen wollen“ verstehen.

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Deutsche Dialekte (3): Fränkisch

Geschrieben von hilkoimsprachzentrum am 23. Mai 2011

Wer nach den Artikeln über Bairisch und Berlinerisch gedacht hatte, dass die Dialektgrenzen und die Grenzen der Bundesländer übereinstimmen, täuscht sich. Bairisch etwa wird keineswegs in ganz Bayern gesprochen. Im Norden des Bundeslands zum Beispiel spricht man Fränkisch, das sich wiederum in viele Unterdialekte aufteilt. Fränkisch klingt sehr weich (die Leute dort nennen es auch „Frängisch“; wie auch „P“ zu „B“ wird und so weiter), dafür wird das „R“ gerollt. Franken ist eine sehr schöne Gegend und mit seinen Städten Rothenburg ob der Tauber, Nürnberg, Würzburg und anderen bei Touristen sehr beliebt. Wer sich vor einer Reise dorthin einmal anhören möchte, wie die Leute dort sprechen, was es dort zu essen (und vor allem zu trinken) gibt und wie es sich anfühlt, 2,5 Liter fränkischen Silvaner zu trinken, findet all das auf der Dialektseite der Deutschen Welle zum fränkischen Dialekt.

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Deutsch kommt auch aus Afrika

Geschrieben von hilkoimsprachzentrum am 18. Mai 2011

Ein interessanter Artikel war gestern auf Spiegel Online zu lesen. Der neuseeländische Psychologe Quentin Atkinson hat herausgefunden, dass Sprachen umso weniger Phoneme haben, je weiter sie von Südwestafrika entfernt benutzt werden. Daraus schließt er, dass der Ursprung der menschlichen Sprache dort zu finden ist – die Sprachen haben an Vielfalt verloren, je weiter sie von der Ursprungsregion weggewandert sind. Untersucht hat er dabei nur die Vokale, so dass die Studie noch nicht als komplett gelten kann. Der Artikel ist trotzdem interessant, weil man zum Beispiel auch etwas über Deutsch erfährt: Es ist die europäische Sprache mit den meisten Vokalen – hättet Ihr das gewusst?

Den kompletten Artikel könnt Ihr hier lesen.

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