Deut(sch)lich – Deutsch lernen macht Spaß!

Das Blog des Sprachzentrums TANDEM Göttingen

Archiv für September 2011

„Tschüs“ oder „Auf Wiedersehen“?

Geschrieben von hilkoimsprachzentrum am 28. September 2011

In Deutschland gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, sich zu verabschieden. Besonders in Norddeutschland beliebt ist „Tschüs!“ (manchmal wird es auch „tschüss“ geschrieben, aber eigentlich ist es sowieso ein Wort aus der gesprochenen Sprache, das wir sehr selten schreiben). Es klingt meistens freundlich und positiv – wenn wir es nicht mit Absicht aggressiv oder arrogant betonen. Das traditionelle „Auf Wiedersehen“ wird dagegen immer weniger benutzt; es wirkt formal und unpersönlich.

In Süddeutschland ist die Verwendung ein bisschen anders; hier ist tschüs nur in sehr informellen Situationen passend. Wer sich dagegen von seinem Professor in München verabschieden möchte, sagt besser „Auf Wiederschauen!“

Aber woher stammt das Wort tschüs denn nun eigentlich? Die Antwort ist so überraschend wie nachvollziehbar: Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht in Landeskunde, Sprachbetrachtung, Wortschatz | Getaggt mit: , , , | 1 Kommentar »

Hilfe! Mein Infinitiv ist verschollen!

Geschrieben von hilkoimsprachzentrum am 21. September 2011

Manchmal kommt es vor, dass man auf ein Partizip stößt, das nur noch oder fast nur noch als Partizip vorkommt. Gelegentlich fällt einem nicht mal mehr ein, wie der Infinitiv heißen könnte, und man muss im Wörterbuch nachschlagen.

Ein schönes Beispiel dafür ist das Wort verschollen. Wenn jemand verschollen ist, heißt das, dass man ihn oder sie nicht mehr finden kann und auch nicht sicher weiß, dass er oder sie gestorben ist. Robinson Crusoe etwa war jahrlang verschollen, bis man ihn dann doch noch wiedergefunden hat. Aber was ist der Infinitiv dazu?

Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht in Wortschatz | Getaggt mit: , , | 1 Kommentar »

Die Telekommunikation kommt auch aus Göttingen

Geschrieben von hilkoimsprachzentrum am 15. September 2011

Sternwarte Göttingen

Die Sternwarte in Göttingen

Göttingen ist seit heute um eine Attraktion reicher. Im Jahre 1833 hatten Carl Friedrich Gauß und Wilhelm Weber nämlich hier den ersten elektromagnetischen Telegraphen eingesetzt und über eine kurze Strecke Nachrichten übermittelt. Damals hatten sie noch zwei lange Drähte über die Dächer gespannt, die aber immer wieder durch Blitze zerstört wurden. Trotzdem gilt der Gauß-Weber Telegraph als eine der grundlegenden Erfindungen für die moderne Telekommunikation.

Seit heute kann man in Göttingen wieder erleben, wie das funktioniert, denn an der Sternwarte am Rand der Innenstadt und an der Alten Universitätsbibliothek im Stadtzentrum sind aus Bronze zwei Telegraphenstationen aufgestellt worden, mit denen man nacherleben kann, wie kompliziert die damalige Nachrichtenübertragung noch war. Alle Buchstaben sind in Binärcodes zerlegt worden, also durch eine Kette von „+“ und „-“ ausgedrückt. An jedem Telegraphen gibt es einen einfachen Hebel, den man in Plus- und in Minusrichtung drücken kann. Dadurch wandert ein roter Lichtpunkt entweder nach links (minus) oder nach rechts (plus). Die Übertragung geht heute zwar drahtlos und um einiges schneller als mit dem unhandlichen Original-Apparat, aber man kann gut nachvollziehen, wie aufwendig die ersten Schritte waren. Jetzt muss man sich nur noch mit jemandem verabreden, gleichzeitig an den beiden Apparaten zu sein, dann kann man ganz ohne Telefon miteinander kommunizieren.

An den drei anderen Seiten des Telegraphen ist übrigens eine kleine Erklärung in etwa 25 Sprachen angebracht. Vielleicht sollen später noch mehr dazukommen.

Bei der Eröffnungsfeier bekam die Präsidentin der Universität Göttingen nicht nur den Vorschlag, die Georg-August-Universität in Gauß-Universität umzubenennen, sondern auch einen alten Zehnmarkschein geschenkt. Auf diesem waren nämlich nicht nur Carl Friedrich Gauß, sondern auch die Aula und die Sternwarte der Universität abgebildet.

Die Telegraphen stehen im Freien und können daher jederzeit benutzt werden. Seit einigen Jahren leuchtet nachts auch ein grüner Laser-Strahl über die Stadt, der den Verlauf der alten Drähte markiert. Probiert es mal aus!

Gauß und Weber selbst haben schon lange ein gemeinsames Denkmal auf dem Wall. Ursprünglich hatten die beiden Skulpturen Drähte in den Händen, die aber schnell verschwunden waren. Darum kann man die Gestik der beiden heute kaum noch verstehen – ein bekannter Göttinger Scherz besteht darin, Gauß eine Bierflasche in die offene Hand zu drücken!

Seitenansicht

Einige der 25 Sprachen auf dem Telegraphen

Gauß-Weber-Telegraph

Der Gauß-Weber-Telegraph im Einsatz

Veröffentlicht in Göttingen, Landeskunde | Getaggt mit: , , , | Kommentar schreiben »

Angebot für Schnellentschlossene

Geschrieben von hilkoimsprachzentrum am 12. September 2011

Hier mal eine Nachricht in eigener Sache:

Wir im Sprachzentrum TANDEM Göttingen arbeiten eifrig an unserem Sprachkursangebot für 2012. Allen, die sich dafür interessieren, bieten wir ein Sonderangebot: Wenn Ihr Euch bis Ende November 2011 für einen Sprachkurs im Jahr 2012 anmeldet, zahlt Ihr noch die Preise für 2011!

Alle wichtigen Informationen findet Ihr auf unserer Webseite. Dort gibt es auch ein Anmeldeformular, und natürlich auch unsere sonstigen Kontaktdaten, falls Ihr weitere Fragen habt. Wir freuen uns auf Euch!

Veröffentlicht in Uncategorized | 1 Kommentar »

Stilblüten, Teil 10

Geschrieben von hilkoimsprachzentrum am 8. September 2011

In meinem Unterricht gab es wieder einmal ein paar schöne Stilblüten.

- Ein Schüler aus England wollte erklären, was ein Handy ist: „Ein möbliertes Telefon!
Zwei weitere Stilblüten zeigen, wie wichtig (neben einer deutlichen Aussprache) der Gebrauch von Artikeln ist.
- Die erste hörten wir, als eine Schülerin ein Referat über ihre Arbeit in einer großen Auto-Firma erzählte. Eine Schülerin aus Spanien fragte nach: „Arbeitet ihr da auch intim?“ (gemeint war natürlich „Arbeitet ihr da auch im Team“?)
- Die zweite gab es, als eine Schülerin in der Pause ein bisschen müde war und ihren Kopf auf den Arm (auf dem Tisch) legte. Eine Schülerin aus Polen fragte sie dann: „Möchtest du küssen?“ (gemeint war: „Möchtest du ein Kissen?“)

Veröffentlicht in Lustiges, Stilblüten, Teilnehmer | Getaggt mit: | 2 Kommentare »

Wie funktioniert ein deutscher Satz?

Geschrieben von hilkoimsprachzentrum am 1. September 2011

Auch fortgeschrittene Deutschlerner/innen haben immer mal wieder Schwierigkeiten mit der Wortstellung. Die Regeln über die Verpositionen lernt man zwar rauf und runter, aber trotzdem schleichen sich immer wieder Fehler ein. Nicht unbedingt, weil die Regeln so kompliziert sind, sondern weil sie in anderen Sprachen so anders sind und es ein bisschen dauern kann, bis man sie intuitiv beherrscht. Auch die Position anderer Wörter macht manchmal Probleme: Wo stehen die Adverbien? Was kommt zuerst, Dativ oder Akkusativ? Wo stehen „nicht“ und „auch“?

Eine schöne Übung über die Strukturen in einem Satz geht so: Sucht Euch einen beliebigen Satz aus einem Text aus, möglichst einen längeren mit mindestens einem Nebensatz. Diesen Satz schreibt Ihr ab (am besten mit einem Bleistift, oder auch am Computer). Dann streicht Ihr ein beliebiges Wort durch und ersetzt es durch ein anderes (am besten in einer anderen Farbe), so dass der Satz immer noch eine korrekte Struktur hat. Das macht Ihr so lange, bis der gesamte Satz eine neue Farbe (und wahrscheinlich einen komplett veränderten Sinn) hat.

Ich gebe mal ein Beispiel. Gerade habe ich ein Buch aufgeschlagen und einen zufälligen Satz ausgewählt:

Weil es so viele unterschiedliche Lebensstile in der Gesellschaft gibt, braucht man wenigstens einheitliche Höflichkeitsregeln.

Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht in Lustiges, Methoden, Sprachbetrachtung | Getaggt mit: , , | 2 Kommentare »

 
Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 31 other followers