Deut(sch)lich – Deutsch lernen macht Spaß!

Das Blog des Sprachzentrums TANDEM Göttingen

Wo leben Korinthenkacker und Erbsenzähler?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 10. August 2015

Korinthenkacker oder auch Erbsenzähler sind Menschen, denen man fast überall begegnen kann. Beliebt sind sie meistens nicht. Aber warum? Was macht diese Menschen so unsympathisch? Beide Begriffe bezeichnen Menschen, die sehr pedantisch und kleinlich sind. Selbst auf kleinste Fehler oder Unaufmerksamkeiten müssen sie hinweisen. Außerdem wollen sie alles bis ins kleinste Detail regeln. Deshalb kann es vorkommen, dass sie rechthaberisch wirken. Doch woher kommen diese Begriffe?Neues Bild (3)

Korinthen sind kleine, getrocknete Trauben. Korinthenkacker sind so pedantische Menschen, dass sogar der Toilettengang strengstens geregelt ist. Nur kleinste “Korinthen” sind erlaubt. So wie beim Toilettengang zeigt sich der Mensch dann in allen Lebenssituationen.

Auch Erbsen sind sehr klein. Meistens kauft man Erbsen nach Gewicht. Allerdings gibt es auch Menschen, denen das nicht genug ist. Sie müssen die exakte Anzahl der Erbsen kennen, um zufrieden zu sein. Deshalb zählen sie dann beispielsweise, wie viele Erbsen ein Kilo sind. Neues Bild (4)Auch ein Autor eines Reiseführers soll Erbsen benutzt haben, um herauszufinden, wie viele Stufen der Mailänder Dom hat. Dazu bestieg er den Dom und legte alle 20 Stufen eine Erbse ab. Als er oben angekommen war, musste er die Anzahl der Erbsen mit 20 multiplizieren (den Rest addieren) und erhielt so die Anzahl der Stufen. Um sich selbst zu kontrollieren, hat er beim Abstieg folgende Strategie angewendet: Er hatte in der Hosentasche die Anzahl der Erbsen vom Aufstieg. Alle 20 Stufen nahm er nun eine der Erbsen aus der Hosentasche und steckte sie in die Westentasche. Sobald er unten ankam, konnte er kontrollieren, ob seine Hosentasche leer war. War dies der Fall, so hatte er beide Male die gleiche Stufenanzahl gezählt. Was er getan hätte, wenn er auf eine andere Zahl gekommen wäre, ist eine andere Frage…

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Wann hast du das letzte Mal den Faden verloren?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 3. August 2015

Gestern musste ich ein Referat in Biologie halten. Antonia hat mir eine Frage gestellt. Da hab ich den Faden verloren…
Wer kennt das nicht? Man erzählt etwas, eine Person stellt eine Frage oder spricht dazwischen und schon hat man vergessen, was man gerade sagen wollte.

Doch woher kommt diese Redewendung?

Neues Bild (2)Eine mögliche Herleitung stammt aus der griechischen Mythologie. Der Königssohn Theseus reiste nach Kreta. Dort lebte ein Minotaurus, das heißt eine Gestalt halb Mensch, halb Stier. In regelmäßigen Abständen mussten dem Minotaurus Menschen als Opfer dargeboten werden. Deshalb wollte Theseus dem ganzen Spuk ein Ende bereiten, indem er den Minotaurus tötete. Allerdings lebte dieser in einem Labyrinth. Dies bedeutete, dass Theseus nicht nur den Minotaurus besiegen, sondern auch den Weg zu ihm und wieder zurück zum Eingang des Labyrinths finden musste. Als Theseus nun in Kreta ankam, verliebte er sich in die Königstocher Ariadne. Diese gab ihm den Tipp ein Wollknäuel mitzunehmen. Diesen sollte er am Eingang des Labyrinths befestigen und auf seinem Weg abrollen. Nachdem er den Minotaurus besiegt hatte, brauchte er also nur dem Faden zu folgen, um den Rückweg zu finden. Wenn er den Faden verloren hätte, hätte er sich im Labyrinth verirrt und den Rückweg nicht gefunden.

Eine andere Erklärung zieht eine Verbindung zum Spinnen. Dabei werden verschiedene feine Fasern wie z.B. Wolle miteinander verknüpft, um einen dickeren Garn herzustellen. Verliert man bei der Arbeit einen dieser Fäden aus der Hand, so muss man eine Pause machen und den verlorenen Faden wieder zurücknehmen.

Beide dieser Erklärungen erscheinen nachvollziehbar. Zum Glück gelingt es meistens den Faden wieder aufzunehmen bzw. zu finden und man kann seinen Vortrag fortsetzen.

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Deutsch und andere Sprachen – die Antwort

Posted by hilkoimsprachzentrum - 22. Juli 2015

Vor zwei Jahren hatten wir Euch mal dieses Video vorgestellt. Nun kursiert eine Antwort darauf im Netz, die den Humor umdreht. Seht selbst:

Welches findet Ihr lustiger?

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Warst du schon einmal bis in die Puppen feiern?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 14. Juli 2015

Na und? Hast du gestern wieder bis in die Puppen gefeiert?
Bis in die Puppen?

Was soll das denn bedeuten?
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Etwas bis in die Puppen machen bedeutet, dass man etwas sehr lange oder bis spät abends macht.

Aber was haben Puppen mit Zeit zu tun?

Ihren Ursprung findet diese Redewendung in Berlin. Dort gibt es im Tiergarten einen Platz. Heute ist dieser unter dem Namen Großer Stern bekannt. Früher konnte man dort auch Statuen sehen. Diesen gab man den Namen die Puppen und dem Platz Puppenplatz. Der Tiergarten liegt nicht sehr zentral in Berlin und daher musste man einen weiten Weg gehen, um dorthin zu gelangen. Man musste demzufolge lange laufen, um zu den Puppen zu kommen. Zunächst gab es diese Redewendung bis in die Puppen also in Bezug auf einen weiten Weg. Später hat man diese auch benutzt, wenn man etwas lange macht. Vielleicht kommt das daher, dass ein weiter Weg auch eine lange Zeit dauert. Zur heutigen Zeit kann man an dieser Stelle keine Statuen mehr sehen, sondern die bekannte Siegessäule.

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Wann ist dir das letzte Mal etwas durch die Lappen gegangen?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 1. Juli 2015

Ich habe ihn den ganzen Tag beobachtet, aber irgendwie muss er mir durch die Lappen gegangen sein.

Wenn jemandem etwas durch die Lappen geht, bedeutet dies, dass jemand entwischt. Außerdem benutzt man diese Redewendung, wenn man sich zunächst einer Sache sicher war, sie aber dann trotz allem nicht bekommt.  Aber woher kommt dieser Ausdruck? Ein Lappen an sich genommen ist nur ein Stück Stoff. Man benutzt ihn oftmals, um etwas sauber zu machen, daher auch der Putzlappen. Aber durch die Lappen gehen?

Seinen Ursprung hat dieser Ausdruck im Mittelalter.  Zu dieser Zeit fanden viele Jagden statt. Der Adel wohnte diesen bei und die Jagd an sich stellte einen wesentlichen Bestandteil ihres Lebens dar. Deshalb investierten sie viel Geld und genossen die Zeit. Sie liebten es, sich bei diesen Gelegenheiten belustigen zu lassen. Allerdings war es selbstverständlich wichtig, die Jagd mit Trophäen beenden bzw. belegen zu können. Dies zeigt, wie erfolgreich man war.  Damit dies auch gelingt und bei jeder Jagd auch Beute gemacht werden kann, musste man sich etwas einfallen lassen. Man suchte nach einem Weg, der  den Bewegungsspielraum der Tiere einengte. Aus diesem Grund spannte man Seile zwischen den Bäumen und legte Lappen darüber. Wenn nun die sogenannten Treiber kamen, also die Personen, die die Tiere in eine bestimmte Richtung bewegen wollten,  vermieden die Tiere die bunten Farben.  Es war demzufolge sehr einfach geworden, die Tiere direkt vor die Gewehre der Fürsten zu treiben. Wenn es einem Tier dennoch gelang zu entkommen, so war es den Jägern wortwörtlich durch die Lappen gegangen.

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Wo gibt es Faulpelze?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 22. Juni 2015

Faulpelzen kann man fast täglich und überall begegnen. In der Schule, bei der Arbeit, kein Ort scheint vor ihnen sicher zu sein. Nicht nur sie selbst sind schwer zur Arbeit zu bewegen, sondern Studien zufolge mindern sie sogar die Effektivität eines gesamten Teams.  So gelingt es einem kompletten Team nicht, die niedrige Leistung eines einzigen Faulpelzes zu kompensieren. Der Faulpelz bewirkt zudem nicht nur eine schlechte Leistung, sondern er trägt auch erheblich zu einer schlechten Stimmung bei. Soweit, so gut. Aber woher kommt dieser Begriff eigentlich? Hat er vielleicht etwas mit dem Faultier zu tun? Diese Frage muss man verneinen. Ursprünglich hat dieser Begriff nichts Menschliches an sich. Vielmehr bezeichnete man damit den Schimmel, der sich auf verfaulten Nahrungsmitteln bildet. Oftmals sieht er ein wenig pelzig aus. Daher die Verbindung Fäulnis und Pelz. Erst seit dem 17. Jahrhundert wird dieser Begriff zunächst im Schweizer Raum auch für Menschen verwendet. Ein bisschen bildlich gesprochen, kann man dies folgendermaßen verstehen:  Lebensmittel, die lange irgendwo lagern, werden schlecht. Dies kann man daran erkennen, dass nach einiger Zeit eine pelzige Schimmelschicht auf ihnen entsteht. Auf den Menschen übertragen bedeutet dies:  Eine Person liegt irgendwo ohne etwas zu tun. Dies macht sie so lange, bis ihr ein „Pelz“ wächst. Bist du auch manchmal ein Faulpelz?

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Na dann Hals- und Beinbruch

Posted by nadine1imsprachzentrum - 8. Juni 2015

Morgen habe ich TestDaf-Prüfung. Meine Lehrerin hat mir deshalb heute Hals- und Beinbruch gewünscht. Das verstehe ich nicht. Ich dachte, sie möchte, dass ich die Prüfung bestehe. Was möchte sie mir jetzt damit sagen? Soll ich mir heute Abend etwas brechen, sodass ich nicht zur Prüfung antreten kann?

Bein
Nein, da liegst du völlig falsch. Sie wünscht dir auf diese Art und Weise alles Gute und viel Erfolg für die Prüfung. Doch woher kommt dann diese Redewendung? Ihren Ursprung hat sie in der hebräischen Sprache. Dort wünscht man sich „hatzlacha uberakah“, was im Deutschen ungefähr Erfolg und Segen bedeutet. Im Jiddischen, der Sprache, die die meisten Juden sprechen, lautet dieser Spruch dann “hatslokhe u brokhe“. Das Deutsche scheint sich dann an diesen Worten orientiert zu haben und diese ins Deutsche übernommen zu haben. Außerdem existiert ein Aberglauben. Dieser sagt, dass bei positiven Wünschen genau das Gegenteil eintritt. Wünscht man sich nun etwas Positives, so wird dieses gewissermaßen durch die Worte vertrieben. Deshalb wünschen wir uns also auch Hals-und Beinbruch, um somit etwas Gutes zu erhalten.

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Schon einmal einem Bücherwurm oder einer Leseratte begegnet?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 1. Juni 2015

Leseratten und Bücherwürmer sind Wesen, die man an vielen verschiedenen Orten treffen kann. Neues Bild (9)Eins haben sie jedoch alle gemeinsam: Sie blicken vertieft in ihre Bücher und bekommen manchmal gar nicht mit, was um sie herum geschieht. Es kann auch vorkommen, dass man sie stundenlang nicht von ihrem Buch wegbekommt. Erst wenn sie zitternd die letzte Seite herumblättern, schaffen sie es ihre Augen vom Buch zu heben und sind erstaunt, dass mittlerweile viele Stunden vergangen sind. Es ist auch möglich, dass sie sich in einem tranceähnlichen Zustand befinden, aus dem sie nur langsam und schwer erwachen. Trotzdem sind sie sehr interessante Zeitgenossen.
Aber woher kommen diese Wortverknüpfungen?

Hat jemand schon einmal eine Ratte oder einen Wurm lesen sehen ? Wohl kaum.Neues Bild (8) Allerdings ist es durchaus möglich, dass sich Würmer durch Bücher fressen, sie sich also von Büchern ernähren und sogar in ihnen leben. Hier könnte man in gewisser Weise eine Parallele ziehen. Es wird auch jemandem, der sehr gerne liest, schwer fallen, ohne Bücher zu leben oder mit anderen Worten gesagt, Bücher sind für ihn lebensnotwendig. Und wie sieht es mit der Leseratte aus? Das Wort Ratte hat auf den Menschen bezogen eine eher negative Konnotation. Häufig wird die Auffassung vertreten, dass eine Ratte viele Sachen verschlingt, ohne sich große Gedanken darum zu machen, worum es sich handelt. Deshalb werden damit oft Menschen bezeichnet, die gewissermaßen alles lesen, was sie in die Finger bekommen, egal, welches Genre und welche Qualität die Bücher aufweisen.

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Wann hast du das letzte Mal jemandem Honig ums Maul geschmiert?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 26. Mai 2015

“Heute habe ich Sebastian Honig ums Maul geschmiert.”
“Und hat es geholfen?”
“Nein, leider nicht, er hat mich trotzdem nicht zu der Party mitgenommen.”
Neues Bild (7)Honig ums Maul schmieren? Ist das nicht eklig und ein bisschen klebrig? Vorsicht! Wie so oft, darf man auch diese Redewendung nicht wortwörtlich nehmen.
Man schmiert jemandem Honig ums Maul, wenn man ihm schmeichelt, ihm viele Komplimente macht. Allerdings geschieht dies meist nicht ohne Hintergedanken, in den meisten Fällen erhofft man sich auf diese Art und Weise, Vorteile aus einer Situation ziehen zu können.
Aber woher kommt diese Redewendung eigentlich? Früher hat man Bären häufig dressiert. Haben sie dann ein Kunststück gut und erfolgreich gezeigt, so haben sie als Belohnung ein bisschen Honig um ihr Maul geschmiert bekommen. Eine andere Verwendung des Honigs findet man im Chinesischen. Dort ist es üblich, an gewissen Tagen einer Götterfigur Honig auf die Lippen zu streichen. Man glaubt, sie dadurch gnädig und freundlich zu stimmen.
Allerdings führt diese Methode (Honig ums Maul schmieren) nicht immer zum Erfolg und ist auch nicht überall beliebt.

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Hast du auch eine Leiche im Keller?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 19. Mai 2015

Liest du gerne Krimis oder magst du gerne Halloween? Dort kann es des Öfteren vorkommen, dass man einer Leiche, also dem Körper einer toten Person, begegnet oder von ihr liest.
Aber hast du schon einmal von der Redewendung „eine Leiche im Keller haben“ gehört?

Dies soll bedeuten, dass jemand ein dunkles Geheimnis hat oder etwas getan hat, sodass er Schuld auf sich geladen hat. Ein Mörder ist er aber deshalb nicht.

Woher kommt dann dieser Wortlaut?
Früher war es nicht erlaubt, Menschen, die nicht getauft waren, auf katholischen Friedhöfen zu beerdigen. Manchmal sind auch Kinder vor ihrer Taufe gestorben. Was sollte nun mit den Leichen geschehen, wenn eine Beerdigung auf kirchlichem Boden verboten war? Man musste sich einen anderen Ort überlegen, an dem man die Leichen unterbringen konnte. Oftmals wurde dafür der Keller gewählt. Zum einen war der Boden häufig nur aus Erde, die festgeklopft wurde, und zum anderen war es eher unüblich, Gäste in den Keller zu führen. Daher konnten die Leichen dort einfach vergraben werden und es war unwahrscheinlich, dass diese entdeckt wurden. Heute liest man beispielsweise, dass jeder seine Leiche im Keller hat. Dies soll bedeuten, dass niemand unschuldig ist und jeder (dunkle) Geheimnisse hat, die besser unentdeckt bleiben.

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