Deut(sch)lich – Deutsch lernen macht Spaß!

Das Blog des Sprachzentrums TANDEM Göttingen

So ein bisschen Senf dazu…oder vielleicht doch nicht?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 20. April 2015

Gestern hat Ferdinand mal wieder total genervt. Egal, worum es geht, immer muss er seinen Senf dazugeben.

Ihren Ursprung hat diese Redewendung im 17. Jahrhundert. Zu dieser Zeit war Senf etwas Kostbares, das sich nicht jeder leisten konnte. Um Gästen etwas Besonderes zu servieren, mischten Wirte deshalb oft Senf unter das Essen, egal, ob es zu dem Gericht passte oder nicht. Das Schlimmste dabei war vielleicht, dass die Gäste überhaupt nicht gefragt wurden, ob ihnen das recht war oder nicht. Demzufolge gaben die Wirte wortwörtlich ihren Senf dazu, auch wenn dies oftmals unangenehm für die Gäste war.

Heutzutage sind Menschen, die überall ihren Senf dazugeben müssen (auch wenn damit nur Worte gemeint sind), oftmals nicht besonders beliebt bei ihren Mitmenschen. Ihre Kommentare oder Meinungskundgebungen sind häufig überflüssig und werden als störend empfunden. Deshalb gilt auch hier, dass Schweigen in gewissen Fällen durchaus besser ist als Sprechen, getreu dem Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. Jeder einzelne muss abwägen können, was der jeweiligen Situation angemessen ist.

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Schon mal dem inneren Schweinehund begegnet?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 13. April 2015

Wer kennt ihn nicht, den kleinen oder manchmal auch etwas größeren inneren Schweinehund?

Zunächst etwas unscheinbar, trägt er doch enorme Kräfte in sich. Demzufolge bedarf es meist großer Willensstärke, um diesen Feind zu schlagen, um ihn zu besiegen. Denkt man dann, man hat es geschafft und ihNeues Bild (6)n in die Flucht geschlagen, so kehrt er nach einigen Tagen Tiefschlaf umso stärker wieder zurück. Egal, was man macht, es scheint kein Allheilmittel gegen diesen unbequemen Zeitgenossen zu geben.

Doch woher kommt eigentlich der Begriff des Schweinehunds?
Dafür müssen wir zurück ins Mittelalter gehen. Viele Menschen arbeiteten als Hirten und hüteten Schafe. Dabei bekamen sie Unterstützung von einem Hund, dem sogenannten Schweinehund. Später benutzten Studenten dann diesen Begriff als Schimpfwort und heute steht er als Sinnbild für die eigene Blockade, die man überwinden muss, um ungeliebte Tätigkeiten auszuüben.

Aber die Herkunft hilft auch nicht zum Sieg über diesen Quälgeist. Im Internet findet man zahlreiche Tipps, die helfen sollen, ihn zu besiegen. Letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen, einen Weg zu finden, sich mit seinem eigenen inneren Schweinehund zu arrangieren.

Alles Gute dabei!

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Dieser Leim klebt ganz besonders

Posted by nadine1imsprachzentrum - 7. April 2015

Seid ihr schon mal „jemandem auf den Leim gegangen“? Leim ist ein ganz besonders starker Kleber, den man eigentlich benutzt, um Holzteile zu kleben. Er hat eine weißliche Farbe und ist zähflüssig. Bedeutet „jemandem auf den Leim gehen“ dann, dass man sich auf eine Dose Leim stellt?
Nein, natürlich nichtNeues Bild (5).Diese Redewendung benutzt man im Deutschen, wenn eine andere Person dir einen (bösen) Streich gespielt hat und du darauf reingefallen bist.
Zum Beispiel: Ein Freund ruft dich an und bittet dich, ganz schnell zu ihm zu kommen, weil (angeblich) etwas ganz Schreckliches passiert ist. Du fährst (sehr aufgeregt) hin und es stellt sich heraus, dass dein Freund nicht ganz ehrlich zu dir war. Eigentlich wollte er ja nur ein Glas Wein mit dir trinken. Du bist ihm also „auf den Leim gegangen“ und „klebst“ an seinem Witz. Ein schönes Gefühl ist es ja nicht gerade, wenn man auf einen Streich reingefallen ist, obwohl es in diesem Fall natürlich gut ausgegangen ist.
Ursprünglich kommt diese Redewendung von der Jagd: Die Jäger bestrichen damals Baumstämme und Äste mit Leim und warteten bis Vögel kamen und sich auf sie setzten. Da der Leim so stark war, konnten die armen Tiere nicht mehr flüchten und blieben kleben. Heutzutage wird diese Methode –Gott sei Dank – nicht mehr angewendet.
Natürlich ist es meistens nicht ganz so tragisch, wenn man „jemandem auf den Leim geht“, aber vorsichtig solltet ihr trotzdem sein!

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Heute schon auf den Arm genommen worden?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 31. März 2015

Neues Bild (4)“Na wie geht es dir heute?”
“Es geht so. Mein Bruder hat mich heute wieder auf den Arm genommen?“
“Wie soll das denn gehen? Der ist doch viel kleiner als du?“
„Ich meine, er hat mich an der Nase herumgeführt.“
„Das hilft mir auch nicht viel weiter. Ich verstehe nicht, was du mir sagen möchtest.“

Es geschieht sehr oft, dass man an der Nase herumgeführt oder auf den Arm genommen wird.Doch was bedeutet das eigentlich?

Beide Redewendungen bedeuten, dass man sich über jemanden lustig macht bzw. seinen Spaß mit ihm macht. Normalerweise nimmt man kleine Kinder auf den Arm, sei es, beispielsweise, weil sie noch nicht oder nicht mehr laufen können oder weil man sie trösten möchte. Macht man dies allerdings bei einem Erwachsenen, behandelt man diesen wie ein kleines Kind und nimmt ihn nicht ernst.

Die Redensart „jemanden an der Nase herumführen“ geht wahrscheinlich darauf zurück, dass Schausteller früher Tieren wie Bären einen Ring durch die Nase bohrten, an dem sie dann eine Kette oder ähnliches befestigten. Wenn die Tiere dann nicht dem Willen der Besitzer gehorchten, zogen diese an den Ketten. Die Tiere litten starke Schmerzen, weil der Bereich der Nase sehr empfindlich ist. Dadurch wurden die Tiere zahmer. Oft führen Leute ihre Mitmenschen an der Nase herum, um sie zu täuschen oder auch um einen Vorteil aus einer Situation zu ziehen.

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Spinnen Spinner oder doch nicht?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 25. März 2015

Wer kennt es nicht, dieses kleine, allgemein unbeliebte Insekt: Die Spinne.
In der deutschen Sprache gibt es einige Wörter, die sich von „Spinne“ ableiten lassen.

So sind z. B. „Spinner“ Menschen, die Wolle kunstvoll und aufwendig verarbeiten; dieser Vorgang ist dem „Spinnen“ der Spinne sehr ähnlich, die aus hauchdünnen Fäden ein Netz macht.Spinne
Interessanterweise hat dieses Wort aber auch eine andere Bedeutung. Es bezeichnet auch Menschen, die sehr speziell und individuell sind, weil sie ihre eigenen Ideen haben und auch ausleben. Das passt leider nicht immer zur Denkweise anderer Leute. In diesem Sinne wird der „Spinner“ auch oft als „verrückte“ oder „eigenartige“ Person gesehen.
Die Verbindung zwischen den Spinnern, die sich mit Wolle beschäftigen und Textilien produzieren und den „verrückten“ Spinnern ist angeblich darauf zurückzuführen, dass die Spinnerinnen (die weibliche Form des Spinners) früher oft über viele Stunden hinweg mit der Wolle und dem „Spinnen“ beschäftigt waren. Durch die monotone Arbeit wurden sie, der Legende nach, schnell verrückt und waren nicht mehr ansprechbar.
Aber sind Spinner gleich Spinner? Und ist es wirklich nur verrückt neue, kreative Ideen zu spinnen?

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Bist du schon einmal einem Armleuchter begegnet?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 16. März 2015

„Habe ich dir schon von unserem neuen Mitarbeiter erzählt? Der ist vielleicht ein Armleuchter…“
„Ein Armleuchter? Das habe ich jetzt nicht verstanden.“

Ein ArmleucGlühbirnehter ist ein tragbarer Kerzenständer. Er hat neben seinem geradem Arm mindestens noch zwei weitere Arme.

Aber was bedeutet Armleuchter bei einer Person?

Bezeichnet man eine Person mit diesem Begriff, so hält man diese Person für nicht besonders intelligent oder mit anderen Worten gesagt für einen Dummkopf. Woher diese Übertragung kommt, ist unsicher. Wahrscheinlich hängt dies einerseits damit zusammen, dass der Kerzenständer nur wenig Licht gibt und andererseits auch nur über einen geringen Aktionsradius verfügt. Die Person versteht deshalb nur sehr wenig, in gewisser Weise fehlt ihr das Licht, um ihre Gedanken zu erhellen. Oftmals wird in diesem Kontext auch davon gesprochen, dass jemand keine große Leuchte ist.

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Wer hatte schon einmal Schwein?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 3. März 2015

„Und? Habt ihr heute den Test geschrieben?“
„Nein, zum Glück nicht, denn ich hatte gar nicht gelernt. Da habe ich noch einmal Schwein gehabt!“
„Aber… was hat ein Schwein denn mit deinem Test zu tun?“

SchweinDie Redewendung „Schwein haben“ bedeutet, dass jemand unerwartet Glück hatte. Der Ursprung liegt, wie so oft, im Mittelalter: Bei sportlichen Wettkämpfen gab es oft hohe Preise. Der Sieger gewann zum Beispiel viel Geld, der Zweite bekam einen wertvollen Vogel. Dem Letzten jedoch wurde ein Schwein geschenkt, das er anschließend mit sich zurück nach Hause nehmen musste. Wenn er also mit dem Schwein durch die Straßen der Stadt ging, konnte jeder sehen, dass er den Wettkampf verloren hatte – das war natürlich peinlich und viele Leute machten sich darüber lustig.
Trotzdem war ein Schwein ein relativ wertvoller Besitz – man konnte es zum Beispiel verkaufen oder auch schlachten und so seine Familie ernähren. Als Letztem des Wettkampfes hätte dem Verlierer eigentlich auch gar kein Preis zugestanden – da war ein Schwein doch sehr großzügig. Er hatte daher Glück im Unglück, er hatte „Schwein gehabt“.

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Wer versteht nur Bahnhof?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 13. Januar 2015

“Hallo, wie geht es dir? Wie war der Unterricht gestern?“
„Naja, gestern habe ich im Unterricht nur Bahnhof verstanden.“

Jeder weiß, wasbahnhof ein Bahnhof ist. Aber was bedeutet Bahnhof verstehen?

Wenn jemand nur Bahnhof versteht, bedeutet das, dass er nichts versteht.

Aber woher kommt diese Redewendung?

Zur Zeit des Ersten Weltkriegs war die Bahn das wichtigste Verkehrsmittel. Die Soldaten gingen zum Bahnhof, um dort in einen Zug zu steigen und nach Hause zu fahren. Deshalb war für sie der Bahnhof ein Symbol für die Heimreise, für die Rückkehr zu ihrer Familie und zu ihren Freunden. Sie mussten oft an ihr Zuhause denken und wollten nicht mehr über andere Themen nachdenken oder sprechen.
Wenn trotzdem jemand über ein anderes Thema sprechen wollte, antworteten die Soldaten häufig mit „Ich verstehe nur Bahnhof“. Außerdem fehlte bei anderen Themen häufig das Hintergrundwissen (das kennen wir alle z.B. wenn sich Spezialisten unterhalten), sodass sie wirklich nur “Bahnhof” verstanden.

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Wann hast du das letzte Mal blau gemacht?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 25. November 2014

„Na, wo warst du denn gestern? Hast du mal wieder blau gemacht?“

„Was meinst du damit?“

färben

Blau machen bedeutet nicht zur Schule oder zur Arbeit zu gehen.
Doch was hat die Farbe blau damit zu tun?

Früher benutzte man zur Herstellung der blauen Farbe die Blätter einer Pflanze. Um die blaue Farbe aus den Blättern zu bekommen, bedeckte man diese mit Urin. Die Menschen damals wussten, dass man eine intensivere Farbe bekommen konnte, wenn man zusätzlich Alkohol dazugab. Da man allerdings nicht den puren Alkohol zu den Blättern gießen wollte, nutzte man einfach den Urin von Betrunkenen. Wenn man nun ein Tuch oder einen anderen Stoff blau färben wollte, legte man diesen in die Flüssigkeit. Danach brauchte der Stoff Sonnenlicht und Sauerstoff, um eine schöne blaue Farbe zu bekommen. Man hängte deshalb den Stoff auf. In dieser Zeit konnte man nicht weiterarbeiten und musste warten.
Man machte demzufolge wortwörtlich blau.

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Altes und neues Deutsch

Posted by hilkoimsprachzentrum - 11. November 2014

Jede Sprache verändert sich, jeden Tag. Neue Wörter kommen und gehen, die Aussprache wandelt sich, und auch die Grammatik bleibt nicht in alle Ewigkeit die gleiche. Das ist ein ganz normaler Prozess, aber manchmal führt er auch zu Missverständnissen (denn manchmal ändern zum Beispiel Worte auch ihre Bedeutung).

Der Spiegel, ein deutsches Nachrichtenmagazin, hat auf seiner Internetseite zwei kleine Quizspiele veröffentlicht, bei denen man tesetn kann, ob man altes Deutsch und Jugendsprache verstehen kann. Viel Spaß!

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