Deut(sch)lich – Deutsch lernen macht Spaß!

Das Blog des Sprachzentrums TANDEM Göttingen

Wann hast du das letzte Mal jemandem Honig ums Maul geschmiert?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 26. Mai 2015

“Heute habe ich Sebastian Honig ums Maul geschmiert.”
“Und hat es geholfen?”
“Nein, leider nicht, er hat mich trotzdem nicht zu der Party mitgenommen.”
Neues Bild (7)Honig ums Maul schmieren? Ist das nicht eklig und ein bisschen klebrig? Vorsicht! Wie so oft, darf man auch diese Redewendung nicht wortwörtlich nehmen.
Man schmiert jemandem Honig ums Maul, wenn man ihm schmeichelt, ihm viele Komplimente macht. Allerdings geschieht dies meist nicht ohne Hintergedanken, in den meisten Fällen erhofft man sich auf diese Art und Weise, Vorteile aus einer Situation ziehen zu können.
Aber woher kommt diese Redewendung eigentlich? Früher hat man Bären häufig dressiert. Haben sie dann ein Kunststück gut und erfolgreich gezeigt, so haben sie als Belohnung ein bisschen Honig um ihr Maul geschmiert bekommen. Eine andere Verwendung des Honigs findet man im Chinesischen. Dort ist es üblich, an gewissen Tagen einer Götterfigur Honig auf die Lippen zu streichen. Man glaubt, sie dadurch gnädig und freundlich zu stimmen.
Allerdings führt diese Methode (Honig ums Maul schmieren) nicht immer zum Erfolg und ist auch nicht überall beliebt.

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Hast du auch eine Leiche im Keller?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 19. Mai 2015

Liest du gerne Krimis oder magst du gerne Halloween? Dort kann es des Öfteren vorkommen, dass man einer Leiche, also dem Körper einer toten Person, begegnet oder von ihr liest.
Aber hast du schon einmal von der Redewendung „eine Leiche im Keller haben“ gehört?

Dies soll bedeuten, dass jemand ein dunkles Geheimnis hat oder etwas getan hat, sodass er Schuld auf sich geladen hat. Ein Mörder ist er aber deshalb nicht.

Woher kommt dann dieser Wortlaut?
Früher war es nicht erlaubt, Menschen, die nicht getauft waren, auf katholischen Friedhöfen zu beerdigen. Manchmal sind auch Kinder vor ihrer Taufe gestorben. Was sollte nun mit den Leichen geschehen, wenn eine Beerdigung auf kirchlichem Boden verboten war? Man musste sich einen anderen Ort überlegen, an dem man die Leichen unterbringen konnte. Oftmals wurde dafür der Keller gewählt. Zum einen war der Boden häufig nur aus Erde, die festgeklopft wurde, und zum anderen war es eher unüblich, Gäste in den Keller zu führen. Daher konnten die Leichen dort einfach vergraben werden und es war unwahrscheinlich, dass diese entdeckt wurden. Heute liest man beispielsweise, dass jeder seine Leiche im Keller hat. Dies soll bedeuten, dass niemand unschuldig ist und jeder (dunkle) Geheimnisse hat, die besser unentdeckt bleiben.

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Das Brett und der Schlauch…

Posted by nadine1imsprachzentrum - 12. Mai 2015

 

Kennt ihr das auch? Ihr sitzt im Deutschunterricht und euer Lehrer erklärt gerade das Thema „WechselpräpositioneBrettn“.
Er gibt euch zwar viele Beispiele und ihr macht auch viele Übungen, aber irgendwie findet ihr das Thema sehr schwierig. Als ihr an der Reihe seid, eine Aufgabe zu lösen, fühlt ihr euch total blockiert und wisst einfach nicht, was die Lösung sein könnte…
In so einer Situation würde der ein oder andere Deutsche sicher sagen: „Ich stehe gerade auf demSchlauch Schlauch.“ Oder „Ich habe ein Brett vorm Kopf.“
Diese, doch sehr bildlichen Redewendungen benutzen die Deutschen, wenn sie selbst bemerken, dass ihnen etwas schwer fällt oder wenn sie sich gerade hilflos fühlen und ihrem Gesprächspartner mitteilen wollen, dass sie durch eine kleine Hilfe sicher weiterkommen würden. Wenn man daran denkt, auf einem Wasserschlauch zu stehen und dadurch den Wasserfluss zu stoppen oder auch ein Holzbrett direkt vor dem Kopf zu haben,
sodass die Sicht eingeschränkt wird, kann man sich gut vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man einfach nicht mehr weiterweiß.
In welchen Situationen „hattet ihr denn mal ein Brett vor dem Kopf“ oder habt „auf dem Schlauch gestanden”?
Postet gerne einen Kommentar.

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Hast du am Wochenende wieder die Sau rausgelassen?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 5. Mai 2015

sauWer gerne feiert und Spaß hat (manchmal auch übertrieben heftig) und am nächsten Tag mit Kopfschmerzen und blassem Gesicht bei der Arbeit oder an der Universität auftaucht, der wird von seinen Kollegen oft gefragt: „Hast du gestern wieder die Sau rausgelassen?“
Jetzt könnte man meinen, dass nicht jeder eine Sau (also ein weibliches Schwein) daheim hat. Und warum sollte man dieses Tierchen dann auch noch rauslassen?
Der Ursprung dieser Redewendung liegt, wie so oft, im Mittelalter. Allerdings gibt es mehrere Deutungen.
Zum Beispiel sollen Studenten, die nachts unterwegs waren, es als großen Spaß verstanden haben, die Schweine und Säue aus den Ställen zu befreien, an denen sie gerade halbtrunken vorbeikamen.
Eine Variante dazu ist, dass Feierlichkeiten im Mittelalter natürlich in keinem Partykeller veranstaltet werden konnten. Stattdessen trieb man die Schweine aus dem Stall und feierte einfach dort.
Beide Optionen verbinden die Sau mit Spaß – und so wird diese Redewendung auch heute noch verstanden. „Die Sau rauslassen“ – das tut man bei Feiern und Geburtstagen, wenn man sich amüsieren möchte und danach spät ins Bett geht. Dass man, nachdem man die Sau rausgelassen hat, oft mit einem Kater aufwacht, ist eine andere Geschichte…

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Schon einmal mit einer beleidigten Leberwurst zu tun gehabt?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 27. April 2015

Vor ein paar Tagen habe ich euch doch von Ferdinand erzählt. Dem Mann, der seinen Senf zu allem geben muss. Nachdem ich ein klärendes Gespräch mit ihm geführt habe, spricht er jetzt gar nicht mehr mit mir. Er spielt beleidigte Leberwurst.

Wer kennt sie nicht, die in Deutschland beliebte Leberwurst? Auf einem Stück Brot schmeckt sie durchaus nicht schlecht. Doch was hat diese Wurst mit Ferdinand zu tun?

Im Mittelalter vertrat man die Auffassung, dass die Gefühle in der Leber des Menschen sitzen. Vor allem negative Gefühle wie Ärger, Wut und Trauer sollten sich dieser Meinung nach in der Leber befinden. Daraus ergibt sich eine logische Schlussfolgerung: War der Mensch beleidigt, so hatte er eine beleidigte Leber.

Erst später fügte man die „Wurstendung“ hinzu. Als Erklärung dient eine kleine Geschichte: Ein Metzger hat verschiedene Würste gekocht. Doch, wie es so ist, hatten die Würste natürlich verschiedene Kochzeiten. Daraus ergab sich, dass sie zu verschiedenen Zeiten aus dem Kochwasser genommen werden mussten. Übrig blieb die Leberwurst. Sie war ganz allein und beleidigt, von ihren sonst so treuen Kameraden im Stich gelassen worden zu sein. Dies ging sogar so weit, dass sie vor lauter Zorn geplatzt ist.

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So ein bisschen Senf dazu…oder vielleicht doch nicht?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 20. April 2015

Gestern hat Ferdinand mal wieder total genervt. Egal, worum es geht, immer muss er seinen Senf dazugeben.

Ihren Ursprung hat diese Redewendung im 17. Jahrhundert. Zu dieser Zeit war Senf etwas Kostbares, das sich nicht jeder leisten konnte. Um Gästen etwas Besonderes zu servieren, mischten Wirte deshalb oft Senf unter das Essen, egal, ob es zu dem Gericht passte oder nicht. Das Schlimmste dabei war vielleicht, dass die Gäste überhaupt nicht gefragt wurden, ob ihnen das recht war oder nicht. Demzufolge gaben die Wirte wortwörtlich ihren Senf dazu, auch wenn dies oftmals unangenehm für die Gäste war.

Heutzutage sind Menschen, die überall ihren Senf dazugeben müssen (auch wenn damit nur Worte gemeint sind), oftmals nicht besonders beliebt bei ihren Mitmenschen. Ihre Kommentare oder Meinungskundgebungen sind häufig überflüssig und werden als störend empfunden. Deshalb gilt auch hier, dass Schweigen in gewissen Fällen durchaus besser ist als Sprechen, getreu dem Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. Jeder einzelne muss abwägen können, was der jeweiligen Situation angemessen ist.

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Schon mal dem inneren Schweinehund begegnet?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 13. April 2015

Wer kennt ihn nicht, den kleinen oder manchmal auch etwas größeren inneren Schweinehund?

Zunächst etwas unscheinbar, trägt er doch enorme Kräfte in sich. Demzufolge bedarf es meist großer Willensstärke, um diesen Feind zu schlagen, um ihn zu besiegen. Denkt man dann, man hat es geschafft und ihNeues Bild (6)n in die Flucht geschlagen, so kehrt er nach einigen Tagen Tiefschlaf umso stärker wieder zurück. Egal, was man macht, es scheint kein Allheilmittel gegen diesen unbequemen Zeitgenossen zu geben.

Doch woher kommt eigentlich der Begriff des Schweinehunds?
Dafür müssen wir zurück ins Mittelalter gehen. Viele Menschen arbeiteten als Hirten und hüteten Schafe. Dabei bekamen sie Unterstützung von einem Hund, dem sogenannten Schweinehund. Später benutzten Studenten dann diesen Begriff als Schimpfwort und heute steht er als Sinnbild für die eigene Blockade, die man überwinden muss, um ungeliebte Tätigkeiten auszuüben.

Aber die Herkunft hilft auch nicht zum Sieg über diesen Quälgeist. Im Internet findet man zahlreiche Tipps, die helfen sollen, ihn zu besiegen. Letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen, einen Weg zu finden, sich mit seinem eigenen inneren Schweinehund zu arrangieren.

Alles Gute dabei!

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Dieser Leim klebt ganz besonders

Posted by nadine1imsprachzentrum - 7. April 2015

Seid ihr schon mal „jemandem auf den Leim gegangen“? Leim ist ein ganz besonders starker Kleber, den man eigentlich benutzt, um Holzteile zu kleben. Er hat eine weißliche Farbe und ist zähflüssig. Bedeutet „jemandem auf den Leim gehen“ dann, dass man sich auf eine Dose Leim stellt?
Nein, natürlich nichtNeues Bild (5).Diese Redewendung benutzt man im Deutschen, wenn eine andere Person dir einen (bösen) Streich gespielt hat und du darauf reingefallen bist.
Zum Beispiel: Ein Freund ruft dich an und bittet dich, ganz schnell zu ihm zu kommen, weil (angeblich) etwas ganz Schreckliches passiert ist. Du fährst (sehr aufgeregt) hin und es stellt sich heraus, dass dein Freund nicht ganz ehrlich zu dir war. Eigentlich wollte er ja nur ein Glas Wein mit dir trinken. Du bist ihm also „auf den Leim gegangen“ und „klebst“ an seinem Witz. Ein schönes Gefühl ist es ja nicht gerade, wenn man auf einen Streich reingefallen ist, obwohl es in diesem Fall natürlich gut ausgegangen ist.
Ursprünglich kommt diese Redewendung von der Jagd: Die Jäger bestrichen damals Baumstämme und Äste mit Leim und warteten bis Vögel kamen und sich auf sie setzten. Da der Leim so stark war, konnten die armen Tiere nicht mehr flüchten und blieben kleben. Heutzutage wird diese Methode –Gott sei Dank – nicht mehr angewendet.
Natürlich ist es meistens nicht ganz so tragisch, wenn man „jemandem auf den Leim geht“, aber vorsichtig solltet ihr trotzdem sein!

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Heute schon auf den Arm genommen worden?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 31. März 2015

Neues Bild (4)“Na wie geht es dir heute?”
“Es geht so. Mein Bruder hat mich heute wieder auf den Arm genommen?“
“Wie soll das denn gehen? Der ist doch viel kleiner als du?“
„Ich meine, er hat mich an der Nase herumgeführt.“
„Das hilft mir auch nicht viel weiter. Ich verstehe nicht, was du mir sagen möchtest.“

Es geschieht sehr oft, dass man an der Nase herumgeführt oder auf den Arm genommen wird.Doch was bedeutet das eigentlich?

Beide Redewendungen bedeuten, dass man sich über jemanden lustig macht bzw. seinen Spaß mit ihm macht. Normalerweise nimmt man kleine Kinder auf den Arm, sei es, beispielsweise, weil sie noch nicht oder nicht mehr laufen können oder weil man sie trösten möchte. Macht man dies allerdings bei einem Erwachsenen, behandelt man diesen wie ein kleines Kind und nimmt ihn nicht ernst.

Die Redensart „jemanden an der Nase herumführen“ geht wahrscheinlich darauf zurück, dass Schausteller früher Tieren wie Bären einen Ring durch die Nase bohrten, an dem sie dann eine Kette oder ähnliches befestigten. Wenn die Tiere dann nicht dem Willen der Besitzer gehorchten, zogen diese an den Ketten. Die Tiere litten starke Schmerzen, weil der Bereich der Nase sehr empfindlich ist. Dadurch wurden die Tiere zahmer. Oft führen Leute ihre Mitmenschen an der Nase herum, um sie zu täuschen oder auch um einen Vorteil aus einer Situation zu ziehen.

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Spinnen Spinner oder doch nicht?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 25. März 2015

Wer kennt es nicht, dieses kleine, allgemein unbeliebte Insekt: Die Spinne.
In der deutschen Sprache gibt es einige Wörter, die sich von „Spinne“ ableiten lassen.

So sind z. B. „Spinner“ Menschen, die Wolle kunstvoll und aufwendig verarbeiten; dieser Vorgang ist dem „Spinnen“ der Spinne sehr ähnlich, die aus hauchdünnen Fäden ein Netz macht.Spinne
Interessanterweise hat dieses Wort aber auch eine andere Bedeutung. Es bezeichnet auch Menschen, die sehr speziell und individuell sind, weil sie ihre eigenen Ideen haben und auch ausleben. Das passt leider nicht immer zur Denkweise anderer Leute. In diesem Sinne wird der „Spinner“ auch oft als „verrückte“ oder „eigenartige“ Person gesehen.
Die Verbindung zwischen den Spinnern, die sich mit Wolle beschäftigen und Textilien produzieren und den „verrückten“ Spinnern ist angeblich darauf zurückzuführen, dass die Spinnerinnen (die weibliche Form des Spinners) früher oft über viele Stunden hinweg mit der Wolle und dem „Spinnen“ beschäftigt waren. Durch die monotone Arbeit wurden sie, der Legende nach, schnell verrückt und waren nicht mehr ansprechbar.
Aber sind Spinner gleich Spinner? Und ist es wirklich nur verrückt neue, kreative Ideen zu spinnen?

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