Deut(sch)lich – Deutsch lernen macht Spaß!

Das Blog des Sprachzentrums TANDEM Göttingen

Stilblüten, Teil 15

Posted by hilkoimsprachzentrum - 17. November 2016

Nach längerer Pause gibt es mal wieder ein paar Stilblüten aus Hilkos Unterricht.Viel Spaß!

  • Eine Schülerin aus Japan verglich die Einwohnerzahlen deutscher Großstädte mit den Worten: „Hamburg hat riesige Einwohner.“
  • Ein Schüler aus Indonesien sagte: „Ich trinke am liebsten Leistungswasser.“
  • Und eine Schülerin aus Brasilien bemerkte ganz richtig: „Die jungen Leute essen weniger Geld im Restaurant.“

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Klaus und die Französisch-Prüfung

Posted by hilkoimsprachzentrum - 11. November 2016

Ebenso wie in anderen Sprachen gibt es auch im Deutschen viele Redewendungen. Die versteht man nur, wenn man sie gelernt hat, denn oft heißen sie etwas ganz Anderes, als es scheint.
Hier kommt ein kurzer Dialog mit vielen Redewendungen. Dazu gibt es drei mögliche „Übersetzungen“. Welche ist richtig?

A: Hast du schon gehört? Klaus hat seine Französisch-Prüfung in den Sand gesetzt.
B: Was? Das kommt mir spanisch vor. Der hat sich doch immer so ins Zeug gelegt!
A: Ja, aber das war wohl für die Katz. Am Ende hat ihn sein Gedächtnis doch im Stich gelassen und er hat den Faden verloren.
B: Und jetzt?
A: Jetzt steht ihm das Wasser bis zum Hals. Seinen Urlaub kann er sich jedenfalls abschminken, weil er wie verrückt büffeln muss. Die Prüfung ist echt nicht ohne.

Übersetzung 1:
A: Hast du schon gehört? Klaus hat seine Französisch-Prüfung nicht bestanden.
B: Was? Das ist ja merkwürdig. Der hat sich doch immer so angestrengt!
A: Ja, aber das war wohl nutzlos. Am Ende konnte er sich an nichts mehr erinnern und war total verwirrt.
B: Und jetzt?
A: Jetzt hat er wirklich Probleme. Seinen Urlaub muss er jedenfalls absagen, weil er jetzt extrem viel lernen muss. Die Prüfung ist wirklich schwierig.

Übersetzung 2:
A: Hast du schon gehört? Klaus hat den Termin für seine Französisch-Prüfung verpasst.
B: Was? Das ist doch unmöglich! Der ist doch sonst immer so gewissenhaft!
A: Ja, aber das hat er uns wohl nur vorgespielt. Am Ende hat er den Termin einfach vergessen und hat eine wilde Party gefeiert.
B: Und jetzt?
A: Jetzt weint er viel. Seinen Urlaub muss er jedenfalls verschieben, weil er den nicht mehr genießen könnte. Ohne diese Prüfung kann er nicht weiterstudieren.

Übersetzung 3:
A: Hast du schon gehört? Klaus hat seine Französisch-Prüfung nicht bestanden.
B Was? Das ist doch unmöglich! Der hat sich doch immer so angestrengt!
A: Ja, aber das hat er uns wohl nur vorgespielt. Am Ende konnte er sich an nichts mehr erinnern und war total verwirrt.
B: Und jetzt?
A: Jetzt weint er viel. Seinen Urlaub muss er jedenfalls verschieben, weil er jetzt extrem viel lernen muss. Ohne diese Prüfung kann er nicht weiterstudieren.

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Wo hüpfen Frösche?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 7. Oktober 2016

Der Frosch ist ein interessantes Tier. Man kann ihm nicht nur an Bächen oder Seen begegnen, sondern es kommt auch vor, dass man ihn auf der Straße trifft. Ja, das kann sogar jeden Tag passieren.  Habt ihr schon einmal einen Frosch im Hals gehabt oder hat jemand schon einmal „Sei kein Frosch“ zu euch gesagt? Aber was hat der Frosch mit diesen beiden Redewendungen zu tun? Häufig passiert es, dass man beispielsweise einen Vortrag halten soll und sich mehrmals räuspern muss. Manchmal ist das ziemlich peinlich, es hören so viele Personen zu, man hat sich so gut vorbereitet und dann passiert so etwas.

Aber was hat der Frosch damit zu tun? Vielleicht klingen wir zeitweise wirklich wie ein Frosch, der quakt. Die Erklärung für diesen Ausdruck lässt sich aber in der Medizin finden. Ärzte nennen ein Geschwulst, das sich im Hals oder unter der Zunge befindet, „ranula“. Dies kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Fröschlein“.  Wenn man solch ein „ranula“ im Hals hat, hat man oft Probleme beim Schlucken oder Sprechen.  Der Ausdruck hat sich dann in den alltäglichen Sprachgebrauch durchgesetzt.

Mit dem Ausdruck „sei kein Frosch“ versucht man jemanden zu überreden. „Ach, komm schon, sei kein Frosch. Das wird bestimmt lustig. Du musst einfach mitkommen.“ Wahrscheinlich benutzt man diesen Ausdruck, weil Frösche sehr schnell weghüpfen, wenn Gefahr droht.

Ihr seht, Fröschen kann man überall begegnen.

 

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Wann warst du das letzte Mal in den Binsen?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 29. September 2016

Hi, Johann. Na, was machst du heute? Wollen wir ein Eis essen gehen?
Tut mir leid, ich habe leider keine Zeit. Nachdem unser letztes Projekt in die Binsen gegangen ist, muss ich härter denn je arbeiten.

binsenBinsen? Was sind Binsen? Und was ist mit Johanns letztem Projekt passiert? Ich verstehe nicht ganz, was er mir sagen will.

Stellt euch vor, ihr seid an einem See und wollt in das Wasser. Oft wachsen am Ufer hohe Pflanzen, die auch sehr dicht sind. Diese Pflanzen nennt man Binsen. Wenn ihr euch nun hinter diesen Binsen ganz klein macht, kann euch niemand sehen. Es ist also ein perfektes Versteck. Auch viele Vögel, die auf dem Land und auf dem Wasser unterwegs sind, sind schon auf diese Idee gekommen. Für Jäger waren sie somit außer Sichtweite und die Tiere konnten sich daher weiter ihres Lebens erfreuen. Der Jäger dagegen musste mit leeren Händen nach Hause gehen. Für ihn ging die Jagd in die Binsen. Die Jagd war nicht erfolgreich.

Man verwendet die Redewendung, wenn man sagen möchte, dass etwas nicht funktioniert oder auch, wenn etwas verloren oder kaputtgeht . Johann hatte also irgendwelche Probleme mit seinem Projekt und ist mit diesem Projekt gescheitert. Hoffen wir, dass sich seine harte Arbeit lohnt und er diesmal mehr Erfolg haben wird.

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Na, alles in Butter bei dir?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 22. August 2016

Hallo Martin! Wie geht es dir heute? Wann fährst du in Urlaub? Das letzte Mal warst du dir noch nicht ganz sicher.

Ach, jetzt ist alles in Butter. Ich fliege am 14.09. nach Spanien.

Was soll das denn schon wieder heißen? Alles ist in Butter? Das verstehe ich wirklich nicht. Was hat denn  Butter mit der Reise zu tun?

ButterMehr als ihr vielleicht denkt. Gehen wir zurück ins Mittelalter. Dort wurde häufig Handel betrieben. Verschiedene Waren mussten über mehrere Kilometer transportiert werden. Natürlich gab es damals noch nicht so schöne Wege wie heute. Das war also ein ziemliches Gerüttel, wenn die Händler mit ihrem Wagen über die steinigen Wege polterten. Nicht selten ging dabei mal etwas kaputt. Vor allem Gläser zerbrachen oft. Wer kennt das nicht? Hat man ein Glas in der Tasche und stößt mit der Tasche zum Beispiel an einen Tisch, so zerbricht das Glas und man muss aufpassen, dass man sich nicht an den Scherben schneidet. Aber zurück ins Mittelalter. Kaputte Gläser konnte man nicht mehr verkaufen. Man musste also eine Lösung finden, um die Gläser sicher transportieren zu können. Ein Händler hatte die rettende Idee: Er stapelte die Gläser in einem Fass. Danach goss er heiße, flüssige Butter über die Gläser. Mit der Zeit kühlte die Butter wieder ab und wurde fest. Die Gläser konnten also nicht mehr rutschen und nicht mehr kaputtgehen. Selbst wenn ein Fass einmal z.B. einen Berg runterrollte, blieb es ganz. Die Lösung war gefunden.

Heute benutzt man diese Redewendung noch, wenn man betonen möchte, dass etwas sicher ist bzw. feststeht.

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Wer hat dich im Stich gelassen?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 15. Juni 2016

Markus hat mich schon wieder im Stich gelassen.

Vielleicht habt ihr diese Redewendung schon öfter gehört und euch gewundert, was sie bedeuten soll. Man benutzt sie, wenn man jemandem in einer schwierigen Situation nicht hilft. Dies kann nicht nur für Personen benutzt werden, sondern auch für Maschinen, wenn sie nicht mehr funktionieren oder Neues Bild (11)kaputtgehen.

Du kannst also z.B. von einem Freund im Stich gelassen werden, aber auch von deinem Handy.

Doch woher kommt diese Redewendung?

Dafür gehen wir zurück in das Mittelalter zu Rittern und Ritterturnieren. Manchmal fiel ein Ritter von seinem Pferd. Er brauchte Hilfe, um wieder auf sein Pferd zu kommen. Ihr müsst euch vorstellen, dass die Ritterrüstung viele Kilos gewogen hat und der Ritter sich daher nur schwer bewegen konnte. Alleine auf sein Pferd zu kommen, stellte eine große Herausforderung dar, die er nicht bewältigen konnte. Normalerweise eilte dann sein Knappe zu Hilfe. Natürlich kam es auch vor, dass dieser zu langsam war. Dies hatte zur Folge, dass der Ritter von seinem Gegner getroffen oder gestochen werden konnte. Der Knappe ließ seinen Ritter demzufolge „im Stich“.

Auch der übrigen Bevölkerung gefielen die Ritterturniere und sie ließen sich von ihnen inspirieren. Sie organisierten beispielsweise das Fischerstechen, das auch heute noch in einigen Städten stattfindet. Dabei stehen sich zwei Mannschaften auf Booten gegenüber. Jeder versucht nun, die gegnerische Mannschaft mit einer Art Speer vom Boot ins Wasser zu stoßen. Die Mannschaft, bei der die Person mit dem Speer zuerst im Wasser ist, hat verloren.

Ihr seht, es ist kein sehr angenehmes Gefühl, im Stich gelassen zu werden.

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Haare, Haare und noch mehr Haare!

Posted by nadine1imsprachzentrum - 7. Juni 2016

Es gibt viele Redewendungen mit Haaren. Heute schauen wir uns zwei davon genauer an.

fragezeichenIhr habt bestimmt schon einmal gehört: „Ach, lass dir deswegen doch keine grauen Haare wachsen.“ Das bedeutet, dass ihr euch keine allzu großen Sorgen z.B. wegen eines Problems machen sollt. Viele Leute sind davon überzeugt, dass die Haare schneller grau werden, wenn man Stress hat, viel nachdenkt oder sich sorgt. Außerdem sind graue Haare ein Zeichen des Alters. Wenn euch also graue Haare wachsen, beschäftigt euch etwas so stark, dass ihr in Sekundenschnelle altert.

Eine weitere Redewendung lautet: Haare auf den Zähnen haben. Klingt ziemlich eklig oder? Und auch irgendwie merkwürdig. Habt ihr schon einmal Haare auf den Zähnen gehabt oder jemanden mit Haaren auf den Zähnen gesehen? Bestimmt nicht.

Eine starke Körperbehaarung ist ein Signal von Männlichkeit. Damit verbindet man Stärke und Mut. Wenn jemand Haare an einer Stelle hat, an der normalerweise keine Haare wachsen, dann ist er besonders mutig. Heute benutzt man die Redewendung vor allem bei Frauen, die aggressiv auftreten oder Streit suchen. Es kann aber auch bedeuten, dass eine Frau sich durchsetzen kann.

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Was hängt an der großen Glocke?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 3. Mai 2016

Ich habe meiner Freundin erzählt, was mir gestern passiert ist. Sie musste es an die große Glocke hängen. Ich bin echt enttäuscht von ihr.

GlockeAn die große Glocke hängen? Was soll das heißen?

Wenn ich etwas an die große Glocke hänge, bedeutet das, dass ich vielen Menschen eine Geschichte weitererzähle.

Woher kommt diese Redewendung?

Früher existierten noch keine Handys oder elektronischen Kommunikationswege. Deshalb läutete man die Kirchenglocke. Sie war laut und gut zu hören. Alle Menschen wussten dann, dass es etwas Neues gab. Außerdem war es im Mittelalter üblich, Gerichtsverhandlungen mit Glockenschlag anzukündigen. So konnten die Menschen kommen und zuschauen. In beiden Fällen diente also die Glocke dazu, möglichst viele Menschen zu erreichen und zu informieren.

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Wo begegnet man Menschen mit fremden Federn?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 21. April 2016

Heute habe ich mich über meinen Kollegen geärgert. Seit Wochen arbeiten wir an einer neuen Internetseite. Gestern hatte ich einige Ideen für das neue Layout. Heute sollten wir dann bei einem Meeting unsere neue Internetseite vorstellen. Mein Kollege hat dann so getan, als ob er alles alleine gemacht hätte. Dabei wareNeues Bild (9)n die Ideen, für die er vom Geschäftsführer gelobt wurde, von mir! Ich hatte mir alles genau überlegt und stundenlang daran gearbeitet.  Mir fehlten die Worte. Mein Kollege hatte sich mit fremden Federn geschmückt, aber was sollte ich sagen?

Viele Leute schmücken sich mit fremden Federn, das bedeutet, dass sie fremde Leistungen oder Erfolge als ihre eigenen ausgeben. Oft werden sie für diese Leistungen gelobt. Sie bekommen also ein Lob für etwas, das sie nicpfauht getan haben. Ziemlich gemein, findet ihr nicht?

Den Ursprung hat diese Redewendung wahrscheinlich in einer Fabel des römischen Dichters Phaedrus.  Diese erzählt von einer Krähe, die Pfauenfedern findet. (Eine Krähe könnt ihr auf dem linken Foto sehen und einen Pfau rechts.)

Krähen haben nur schwarze Federn und so sah die Krähe diese schönen bunten Federn und dachte sich, dass sie mit diesen Federn schöner aussehen würde. Sie nahm also einige der Federn und fügte sie ihren schwarzen Federn hinzu.  Stolz betrachtete sie sich und ging nun zu einer Gruppe von Pfauen. Diese erkannten aber sofort den Trick und begannen der Krähe, die einzelnen Federn herauszureißen. Natürlich zupften sie nicht nur die bunten Federn heraus, sondern auch einige schwarze Federn. Am Ende sah die Krähe also schlimmer aus als zu Beginn. Was konnte die Krähe daraus lernen? Sie merkte, dass es nicht gut ist, sich mit fremden Federn zu schmücken.  Vielleicht profitiert man zunächst davon, doch am Ende, wenn die Wahrheit ans Licht kommt, steht man schlechter da als am Anfang.

Ich denke, mein Kollege wird das auch noch merken.

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Gesungenes Gesetz

Posted by hilkoimsprachzentrum - 5. April 2016

Im letzten Artikel hatten wir das Rindfleisch­etikettierungs­überwachungs­aufgaben­übertragungs­gesetz erwähnt. Neulich stieß ich auf ein Video, in dem ein Chor dieses Wort singt. Viel Spaß damit!

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