Deut(sch)lich – Deutsch lernen macht Spaß!

Das Blog des Sprachzentrums TANDEM Göttingen

Na, alles in Butter bei dir?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 22. August 2016

Hallo Martin! Wie geht es dir heute? Wann fährst du in Urlaub? Das letzte Mal warst du dir noch nicht ganz sicher.

Ach, jetzt ist alles in Butter. Ich fliege am 14.09. nach Spanien.

Was soll das denn schon wieder heißen? Alles ist in Butter? Das verstehe ich wirklich nicht. Was hat denn  Butter mit der Reise zu tun?

ButterMehr als ihr vielleicht denkt. Gehen wir zurück ins Mittelalter. Dort wurde häufig Handel betrieben. Verschiedene Waren mussten über mehrere Kilometer transportiert werden. Natürlich gab es damals noch nicht so schöne Wege wie heute. Das war also ein ziemliches Gerüttel, wenn die Händler mit ihrem Wagen über die steinigen Wege polterten. Nicht selten ging dabei mal etwas kaputt. Vor allem Gläser zerbrachen oft. Wer kennt das nicht? Hat man ein Glas in der Tasche und stößt mit der Tasche zum Beispiel an einen Tisch, so zerbricht das Glas und man muss aufpassen, dass man sich nicht an den Scherben schneidet. Aber zurück ins Mittelalter. Kaputte Gläser konnte man nicht mehr verkaufen. Man musste also eine Lösung finden, um die Gläser sicher transportieren zu können. Ein Händler hatte die rettende Idee: Er stapelte die Gläser in einem Fass. Danach goss er heiße, flüssige Butter über die Gläser. Mit der Zeit kühlte die Butter wieder ab und wurde fest. Die Gläser konnten also nicht mehr rutschen und nicht mehr kaputtgehen. Selbst wenn ein Fass einmal z.B. einen Berg runterrollte, blieb es ganz. Die Lösung war gefunden.

Heute benutzt man diese Redewendung noch, wenn man betonen möchte, dass etwas sicher ist bzw. feststeht.

Posted in Wortschatz | Verschlagwortet mit: | Leave a Comment »

Wer hat dich im Stich gelassen?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 15. Juni 2016

Markus hat mich schon wieder im Stich gelassen.

Vielleicht habt ihr diese Redewendung schon öfter gehört und euch gewundert, was sie bedeuten soll. Man benutzt sie, wenn man jemandem in einer schwierigen Situation nicht hilft. Dies kann nicht nur für Personen benutzt werden, sondern auch für Maschinen, wenn sie nicht mehr funktionieren oder Neues Bild (11)kaputtgehen.

Du kannst also z.B. von einem Freund im Stich gelassen werden, aber auch von deinem Handy.

Doch woher kommt diese Redewendung?

Dafür gehen wir zurück in das Mittelalter zu Rittern und Ritterturnieren. Manchmal fiel ein Ritter von seinem Pferd. Er brauchte Hilfe, um wieder auf sein Pferd zu kommen. Ihr müsst euch vorstellen, dass die Ritterrüstung viele Kilos gewogen hat und der Ritter sich daher nur schwer bewegen konnte. Alleine auf sein Pferd zu kommen, stellte eine große Herausforderung dar, die er nicht bewältigen konnte. Normalerweise eilte dann sein Knappe zu Hilfe. Natürlich kam es auch vor, dass dieser zu langsam war. Dies hatte zur Folge, dass der Ritter von seinem Gegner getroffen oder gestochen werden konnte. Der Knappe ließ seinen Ritter demzufolge „im Stich“.

Auch der übrigen Bevölkerung gefielen die Ritterturniere und sie ließen sich von ihnen inspirieren. Sie organisierten beispielsweise das Fischerstechen, das auch heute noch in einigen Städten stattfindet. Dabei stehen sich zwei Mannschaften auf Booten gegenüber. Jeder versucht nun, die gegnerische Mannschaft mit einer Art Speer vom Boot ins Wasser zu stoßen. Die Mannschaft, bei der die Person mit dem Speer zuerst im Wasser ist, hat verloren.

Ihr seht, es ist kein sehr angenehmes Gefühl, im Stich gelassen zu werden.

Posted in Wortschatz | Verschlagwortet mit: | Leave a Comment »

Haare, Haare und noch mehr Haare!

Posted by nadine1imsprachzentrum - 7. Juni 2016

Es gibt viele Redewendungen mit Haaren. Heute schauen wir uns zwei davon genauer an.

fragezeichenIhr habt bestimmt schon einmal gehört: „Ach, lass dir deswegen doch keine grauen Haare wachsen.“ Das bedeutet, dass ihr euch keine allzu großen Sorgen z.B. wegen eines Problems machen sollt. Viele Leute sind davon überzeugt, dass die Haare schneller grau werden, wenn man Stress hat, viel nachdenkt oder sich sorgt. Außerdem sind graue Haare ein Zeichen des Alters. Wenn euch also graue Haare wachsen, beschäftigt euch etwas so stark, dass ihr in Sekundenschnelle altert.

Eine weitere Redewendung lautet: Haare auf den Zähnen haben. Klingt ziemlich eklig oder? Und auch irgendwie merkwürdig. Habt ihr schon einmal Haare auf den Zähnen gehabt oder jemanden mit Haaren auf den Zähnen gesehen? Bestimmt nicht.

Eine starke Körperbehaarung ist ein Signal von Männlichkeit. Damit verbindet man Stärke und Mut. Wenn jemand Haare an einer Stelle hat, an der normalerweise keine Haare wachsen, dann ist er besonders mutig. Heute benutzt man die Redewendung vor allem bei Frauen, die aggressiv auftreten oder Streit suchen. Es kann aber auch bedeuten, dass eine Frau sich durchsetzen kann.

Posted in Wortschatz | Verschlagwortet mit: | Leave a Comment »

Was hängt an der großen Glocke?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 3. Mai 2016

Ich habe meiner Freundin erzählt, was mir gestern passiert ist. Sie musste es an die große Glocke hängen. Ich bin echt enttäuscht von ihr.

GlockeAn die große Glocke hängen? Was soll das heißen?

Wenn ich etwas an die große Glocke hänge, bedeutet das, dass ich vielen Menschen eine Geschichte weitererzähle.

Woher kommt diese Redewendung?

Früher existierten noch keine Handys oder elektronischen Kommunikationswege. Deshalb läutete man die Kirchenglocke. Sie war laut und gut zu hören. Alle Menschen wussten dann, dass es etwas Neues gab. Außerdem war es im Mittelalter üblich, Gerichtsverhandlungen mit Glockenschlag anzukündigen. So konnten die Menschen kommen und zuschauen. In beiden Fällen diente also die Glocke dazu, möglichst viele Menschen zu erreichen und zu informieren.

Posted in Wortschatz | Verschlagwortet mit: | Leave a Comment »

Wo begegnet man Menschen mit fremden Federn?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 21. April 2016

Heute habe ich mich über meinen Kollegen geärgert. Seit Wochen arbeiten wir an einer neuen Internetseite. Gestern hatte ich einige Ideen für das neue Layout. Heute sollten wir dann bei einem Meeting unsere neue Internetseite vorstellen. Mein Kollege hat dann so getan, als ob er alles alleine gemacht hätte. Dabei wareNeues Bild (9)n die Ideen, für die er vom Geschäftsführer gelobt wurde, von mir! Ich hatte mir alles genau überlegt und stundenlang daran gearbeitet.  Mir fehlten die Worte. Mein Kollege hatte sich mit fremden Federn geschmückt, aber was sollte ich sagen?

Viele Leute schmücken sich mit fremden Federn, das bedeutet, dass sie fremde Leistungen oder Erfolge als ihre eigenen ausgeben. Oft werden sie für diese Leistungen gelobt. Sie bekommen also ein Lob für etwas, das sie nicpfauht getan haben. Ziemlich gemein, findet ihr nicht?

Den Ursprung hat diese Redewendung wahrscheinlich in einer Fabel des römischen Dichters Phaedrus.  Diese erzählt von einer Krähe, die Pfauenfedern findet. (Eine Krähe könnt ihr auf dem linken Foto sehen und einen Pfau rechts.)

Krähen haben nur schwarze Federn und so sah die Krähe diese schönen bunten Federn und dachte sich, dass sie mit diesen Federn schöner aussehen würde. Sie nahm also einige der Federn und fügte sie ihren schwarzen Federn hinzu.  Stolz betrachtete sie sich und ging nun zu einer Gruppe von Pfauen. Diese erkannten aber sofort den Trick und begannen der Krähe, die einzelnen Federn herauszureißen. Natürlich zupften sie nicht nur die bunten Federn heraus, sondern auch einige schwarze Federn. Am Ende sah die Krähe also schlimmer aus als zu Beginn. Was konnte die Krähe daraus lernen? Sie merkte, dass es nicht gut ist, sich mit fremden Federn zu schmücken.  Vielleicht profitiert man zunächst davon, doch am Ende, wenn die Wahrheit ans Licht kommt, steht man schlechter da als am Anfang.

Ich denke, mein Kollege wird das auch noch merken.

Posted in Wortschatz | Verschlagwortet mit: | Leave a Comment »

Gesungenes Gesetz

Posted by hilkoimsprachzentrum - 5. April 2016

Im letzten Artikel hatten wir das Rindfleisch­etikettierungs­überwachungs­aufgaben­übertragungs­gesetz erwähnt. Neulich stieß ich auf ein Video, in dem ein Chor dieses Wort singt. Viel Spaß damit!

Posted in Lustiges, Wortschatz | Leave a Comment »

Wie viele Wörter gibt es in der deutschen Sprache?

Posted by hilkoimsprachzentrum - 7. März 2016

Wie viele Wörter eine Sprache hat, ist fast unmöglich zu zählen. Große Wörterbücher enthalten einige Hunderttausend Einträge – aber das ist noch lange nicht alles. Schon in der Zeit, die man benötigt, um ein Wörterbuch zu drucken, entstehen jede Menge neue Wörter, es ist also bei seiner Erscheinung schon veraltet. Aber das ist nicht das einzige Problem, denn man müsste sich erstmal einig sein, was ein Wort überhaupt ist. Ist „wäre“ ein anderes Wort als „sein“ oder als „wären“? Sind der Band, die Band und das Band drei Wörter oder nur eines? Und überhaupt lassen sich natürlich nur schriftlich verwendete Worte überhaupt einigermaßen zählen.

Schließlich noch: 2013 wurde von vielen Journalisten (zum Beispiel hier) berichtet, dass die deutsche Sprache ihr längstes Wort verloren hätte, nämlich Rindfleisch­etikettierungs­überwachungs­aufgaben­übertragungs­gesetz. Dabei verschwindet ein Wort natürlich nicht einfach so, nur weil das dazugehörige Gesetz abgeschafft wurde. Im Gegenteil, womöglich wurde es in den vielen Nachrufen in den Zeitungen öfter verwendet, als in der ganzen Zeit seit seiner Einführung.

Selbstverständlich halten all diese Schwierigkeiten beim Zählen der Wörter die Wissenschaftler nicht davon ab, es trotzdem zu versuchen. Sie werteten Texte aus den Jahren 1995 bis 2004 aus, die zusammen eine Milliarde Wörter umfassten und stießen dabei auf knapp 5,3 Millionen verschiedene Wörter (und damit sind nicht verschiedene Formen des gleichen Wortes gemeint, wie oben im Beispiel mit „wäre“, sondern Wörter, wie sie tatsächlich in einem Wörterbuch auftauchen würden). Eine vergleichbare Untersuchung des Wortschatzes zwischen 1905 und 1914 kommt nur auf gut 3,7 Millionen Wörter, folglich hat der Wortschatz in diesen 90 Jahren um fast 50% zugenommen. Imposante Zahlen sind es in jedem Fall.

Aber keine Sorge, niemand braucht so viele Wörter zu lernen, um sich auf Deutsch verständigen zu können. Auch die deutschen Muttersprachler beherrschen nicht einmal annähernd so viele Wörter. Christian Roth hat in einem Blogbeitrag gezeigt, dass die 1000 häufigsten Wörter der deutschen Sprache 82,6% aller verwendeten Wörter ausmachen. Das ist doch ein Trost – 1000 Wörter kann man allemal lernen.

 

Posted in Sprachbetrachtung, Wortschatz | Leave a Comment »

Hast du schon einmal einen Besen gefressen?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 22. Februar 2016

besen„Das kann nicht funktionieren. Wenn doch, fress‘ ich einen Besen.“
„Okay, ich hol dir schon einmal einen.“

Das kann man sich wunderbar bildlich vorstellen. Eine Person nimmt einen Besen in die Hand und isst ihn.

Das ist irgendwie merkwürdig oder? Aber was will man dann damit sagen?

Man benutzt diesen Ausdruck, um zu betonen, dass man sehr sicher ist, dass eine Sache nicht passiert. Ein Beispiel:
„Ich brauche nur fünf Minuten, um zu duschen, die Haare zu föhnen, mich zu schminken und mich anzuziehen.““Was? Wenn du das wirklich schaffst, fress‘ ich einen Besen.“

Aber woher kommt diese Redewendung?

Leider gibt es keine genaue Erklärung für diese Redewendung, aber vielleicht hilft diese Vermutung: Mit einem Besen kehrt man die Wohnung, man entfernt den Schmutz. Er dient somit zur Reinigung. Der Besen selbst ist dann natürlich selbst schmutzig. Schmutzige Sachen isst niemand freiwillig. Es existiert ein großer Kontrast zwischen dem Unsauberen und dem Essen. Wenn jemand nun sagt, dass er einen Besen fressen wird, so ist er sehr überzeugt davon, dass diese Situation nicht eintritt. Er wird also nicht in die Situation kommen, diesen Besen wirklich essen zu müssen.

Posted in Wortschatz | Verschlagwortet mit: | 3 Comments »

Habt Ihr mal eine Minute Zeit?

Posted by hilkoimsprachzentrum - 14. Februar 2016

Auf Youtube gibt es eine Reihe von Videos von einer Nutzerin namens „DontTrustTheRabbit“. Die Videos sind zwar auf Englisch, aber sie befassen sich mit Phänomenen der deutschen Sprache. Zum Beispiel hat sie ein deutsches Wort erfunden, bei dem man eine ganze Minute braucht, um es auszusprechen. Und sie spricht ziemlich schnell… Viel Spaß!

Und keine Angst, das Wort ist zwar sprachlich korrekt, aber natürlich völlig unsinnig. So schlimm ist es in der Realität dann doch nicht!

Posted in Uncategorized | Leave a Comment »

Spiele im Sprachunterricht

Posted by hilkoimsprachzentrum - 5. Januar 2016

Ich habe neulich in einem anderen Blog einen längeren Artikel über den Einsatz von Spielen im Deutschunterricht geschrieben. Er richtet sich vor allem an Lehrerinnen und Lehrer, die vielleicht neue Ideen für den Unterricht suchen. Dabei geht es nicht um explizite Lernspiele, sondern um „normale“ Spiele, die ich im Unterricht einsetze, um bestimmte Inhalte zu vermitteln.

Der Artikel besteht aus einer allgemeinen Einführung über Spiele im Sprachunterricht, danach stelle ich elf Spiele und ihre Einsatzmöglichkeiten vor. Ihr findet ihn hier.

Posted in Methoden, Spiele | Verschlagwortet mit: | 1 Comment »