Deut(sch)lich – Deutsch lernen macht Spaß!

Das Blog des Sprachzentrums TANDEM Göttingen

Was hängt an der großen Glocke?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 3. Mai 2016

Ich habe meiner Freundin erzählt, was mir gestern passiert ist. Sie musste es an die große Glocke hängen. Ich bin echt enttäuscht von ihr.

GlockeAn die große Glocke hängen? Was soll das heißen?

Wenn ich etwas an die große Glocke hänge, bedeutet das, dass ich vielen Menschen eine Geschichte weitererzähle.

Woher kommt diese Redewendung?

Früher existierten noch keine Handys oder elektronischen Kommunikationswege. Deshalb läutete man die Kirchenglocke. Sie war laut und gut zu hören. Alle Menschen wussten dann, dass es etwas Neues gab. Außerdem war es im Mittelalter üblich, Gerichtsverhandlungen mit Glockenschlag anzukündigen. So konnten die Menschen kommen und zuschauen. In beiden Fällen diente also die Glocke dazu, möglichst viele Menschen zu erreichen und zu informieren.

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Wo begegnet man Menschen mit fremden Federn?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 21. April 2016

Heute habe ich mich über meinen Kollegen geärgert. Seit Wochen arbeiten wir an einer neuen Internetseite. Gestern hatte ich einige Ideen für das neue Layout. Heute sollten wir dann bei einem Meeting unsere neue Internetseite vorstellen. Mein Kollege hat dann so getan, als ob er alles alleine gemacht hätte. Dabei wareNeues Bild (9)n die Ideen, für die er vom Geschäftsführer gelobt wurde, von mir! Ich hatte mir alles genau überlegt und stundenlang daran gearbeitet.  Mir fehlten die Worte. Mein Kollege hatte sich mit fremden Federn geschmückt, aber was sollte ich sagen?

Viele Leute schmücken sich mit fremden Federn, das bedeutet, dass sie fremde Leistungen oder Erfolge als ihre eigenen ausgeben. Oft werden sie für diese Leistungen gelobt. Sie bekommen also ein Lob für etwas, das sie nicpfauht getan haben. Ziemlich gemein, findet ihr nicht?

Den Ursprung hat diese Redewendung wahrscheinlich in einer Fabel des römischen Dichters Phaedrus.  Diese erzählt von einer Krähe, die Pfauenfedern findet. (Eine Krähe könnt ihr auf dem linken Foto sehen und einen Pfau rechts.)

Krähen haben nur schwarze Federn und so sah die Krähe diese schönen bunten Federn und dachte sich, dass sie mit diesen Federn schöner aussehen würde. Sie nahm also einige der Federn und fügte sie ihren schwarzen Federn hinzu.  Stolz betrachtete sie sich und ging nun zu einer Gruppe von Pfauen. Diese erkannten aber sofort den Trick und begannen der Krähe, die einzelnen Federn herauszureißen. Natürlich zupften sie nicht nur die bunten Federn heraus, sondern auch einige schwarze Federn. Am Ende sah die Krähe also schlimmer aus als zu Beginn. Was konnte die Krähe daraus lernen? Sie merkte, dass es nicht gut ist, sich mit fremden Federn zu schmücken.  Vielleicht profitiert man zunächst davon, doch am Ende, wenn die Wahrheit ans Licht kommt, steht man schlechter da als am Anfang.

Ich denke, mein Kollege wird das auch noch merken.

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Gesungenes Gesetz

Posted by hilkoimsprachzentrum - 5. April 2016

Im letzten Artikel hatten wir das Rindfleisch­etikettierungs­überwachungs­aufgaben­übertragungs­gesetz erwähnt. Neulich stieß ich auf ein Video, in dem ein Chor dieses Wort singt. Viel Spaß damit!

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Wie viele Wörter gibt es in der deutschen Sprache?

Posted by hilkoimsprachzentrum - 7. März 2016

Wie viele Wörter eine Sprache hat, ist fast unmöglich zu zählen. Große Wörterbücher enthalten einige Hunderttausend Einträge – aber das ist noch lange nicht alles. Schon in der Zeit, die man benötigt, um ein Wörterbuch zu drucken, entstehen jede Menge neue Wörter, es ist also bei seiner Erscheinung schon veraltet. Aber das ist nicht das einzige Problem, denn man müsste sich erstmal einig sein, was ein Wort überhaupt ist. Ist „wäre“ ein anderes Wort als „sein“ oder als „wären“? Sind der Band, die Band und das Band drei Wörter oder nur eines? Und überhaupt lassen sich natürlich nur schriftlich verwendete Worte überhaupt einigermaßen zählen.

Schließlich noch: 2013 wurde von vielen Journalisten (zum Beispiel hier) berichtet, dass die deutsche Sprache ihr längstes Wort verloren hätte, nämlich Rindfleisch­etikettierungs­überwachungs­aufgaben­übertragungs­gesetz. Dabei verschwindet ein Wort natürlich nicht einfach so, nur weil das dazugehörige Gesetz abgeschafft wurde. Im Gegenteil, womöglich wurde es in den vielen Nachrufen in den Zeitungen öfter verwendet, als in der ganzen Zeit seit seiner Einführung.

Selbstverständlich halten all diese Schwierigkeiten beim Zählen der Wörter die Wissenschaftler nicht davon ab, es trotzdem zu versuchen. Sie werteten Texte aus den Jahren 1995 bis 2004 aus, die zusammen eine Milliarde Wörter umfassten und stießen dabei auf knapp 5,3 Millionen verschiedene Wörter (und damit sind nicht verschiedene Formen des gleichen Wortes gemeint, wie oben im Beispiel mit „wäre“, sondern Wörter, wie sie tatsächlich in einem Wörterbuch auftauchen würden). Eine vergleichbare Untersuchung des Wortschatzes zwischen 1905 und 1914 kommt nur auf gut 3,7 Millionen Wörter, folglich hat der Wortschatz in diesen 90 Jahren um fast 50% zugenommen. Imposante Zahlen sind es in jedem Fall.

Aber keine Sorge, niemand braucht so viele Wörter zu lernen, um sich auf Deutsch verständigen zu können. Auch die deutschen Muttersprachler beherrschen nicht einmal annähernd so viele Wörter. Christian Roth hat in einem Blogbeitrag gezeigt, dass die 1000 häufigsten Wörter der deutschen Sprache 82,6% aller verwendeten Wörter ausmachen. Das ist doch ein Trost – 1000 Wörter kann man allemal lernen.

 

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Hast du schon einmal einen Besen gefressen?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 22. Februar 2016

besen„Das kann nicht funktionieren. Wenn doch, fress‘ ich einen Besen.“
„Okay, ich hol dir schon einmal einen.“

Das kann man sich wunderbar bildlich vorstellen. Eine Person nimmt einen Besen in die Hand und isst ihn.

Das ist irgendwie merkwürdig oder? Aber was will man dann damit sagen?

Man benutzt diesen Ausdruck, um zu betonen, dass man sehr sicher ist, dass eine Sache nicht passiert. Ein Beispiel:
„Ich brauche nur fünf Minuten, um zu duschen, die Haare zu föhnen, mich zu schminken und mich anzuziehen.““Was? Wenn du das wirklich schaffst, fress‘ ich einen Besen.“

Aber woher kommt diese Redewendung?

Leider gibt es keine genaue Erklärung für diese Redewendung, aber vielleicht hilft diese Vermutung: Mit einem Besen kehrt man die Wohnung, man entfernt den Schmutz. Er dient somit zur Reinigung. Der Besen selbst ist dann natürlich selbst schmutzig. Schmutzige Sachen isst niemand freiwillig. Es existiert ein großer Kontrast zwischen dem Unsauberen und dem Essen. Wenn jemand nun sagt, dass er einen Besen fressen wird, so ist er sehr überzeugt davon, dass diese Situation nicht eintritt. Er wird also nicht in die Situation kommen, diesen Besen wirklich essen zu müssen.

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Habt Ihr mal eine Minute Zeit?

Posted by hilkoimsprachzentrum - 14. Februar 2016

Auf Youtube gibt es eine Reihe von Videos von einer Nutzerin namens „DontTrustTheRabbit“. Die Videos sind zwar auf Englisch, aber sie befassen sich mit Phänomenen der deutschen Sprache. Zum Beispiel hat sie ein deutsches Wort erfunden, bei dem man eine ganze Minute braucht, um es auszusprechen. Und sie spricht ziemlich schnell… Viel Spaß!

Und keine Angst, das Wort ist zwar sprachlich korrekt, aber natürlich völlig unsinnig. So schlimm ist es in der Realität dann doch nicht!

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Spiele im Sprachunterricht

Posted by hilkoimsprachzentrum - 5. Januar 2016

Ich habe neulich in einem anderen Blog einen längeren Artikel über den Einsatz von Spielen im Deutschunterricht geschrieben. Er richtet sich vor allem an Lehrerinnen und Lehrer, die vielleicht neue Ideen für den Unterricht suchen. Dabei geht es nicht um explizite Lernspiele, sondern um „normale“ Spiele, die ich im Unterricht einsetze, um bestimmte Inhalte zu vermitteln.

Der Artikel besteht aus einer allgemeinen Einführung über Spiele im Sprachunterricht, danach stelle ich elf Spiele und ihre Einsatzmöglichkeiten vor. Ihr findet ihn hier.

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Viel Glück im neuen Jahr!

Posted by nadine1imsprachzentrum - 4. Januar 2016

Zu Silvester sind Glücksbringer ein beliebtes Mitbringsel für die Party – egal, ob vierblättriges Kleeblatt, Glückscent, Hufeisen, Glücksschwein oder eine Kombination aus mehreren Symbolen. Auch der MariNeues Bild (7)enkäfer soll Glück bringen. Aber warum ist dies so? Schon lange gilt der kleine Käfer mit Punkten auf dem Rücken als ein gutes Zeichen. Kommt er, so hilft er den Bauern, indem er Blattläuse frisst und somit einen Beitrag zu einer erfolgreichen Ernte liefert. Der Name Marienkäfer steht außerdem in Verbindung mit der Gottesmutter Maria. Es existiert der Glaube, dass sie den Käfer zur Unterstützung der Bevölkerung geschickt hat. Der Marienkäfer steht auch für Fleiß. Dabei ist es wichtig, einem Marienkäfer niemals vorsätzlich Schaden zuzufügen, beispielsweise indem man versucht, ihn zu verjagen, oder ihn gar zu töten. Man sagt, dass dies eher Pech bringen soll.

Hier also ein Marienkäfer für das neue Jahr: Alles Gute und viel Glück im Jahr 2016!

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Wann hast du das letzte Mal kalte Füße bekommen?

Posted by nadine1imsprachzentrum - 8. Dezember 2015

Neues Bild (15)Wer kennt das nicht? Im Winter schneit es und man bekommt kalte Füße. Allerdings kann der Ausdruck „kalte Füße bekommen“ auch eine andere Bedeutung haben. Wer Angst vor etwas hat und kneift, also im letzten Moment einen Rückzieher macht, bekommt redensartlich ebenfalls kalte Füße. Die Person sagt zum Beispiel einen Zahnarzt Termin ab oder sie setzt einen zuvor aufgestellten Plan nicht in die Tat um.

Doch woher kommt diese Redewendung?

Einerseits ist es möglich, dass Angst zu Durchblutungsstörungen führt. Dadurch hat man dann wortwörtlich kalte Füße. Eine andere Erklärung findet den Ursprung beim Glücksspiel. Früher war Glücksspiel verboten. Da natürlich trotzdem viele Menschen diesem Vergnügen nachgehen wollten, suchten sie nach einem geeigneten Plätzchen. Was gab es Besseres als einen dunklen Keller? Natürlich wurde dieser nicht beheizt. Wer nun beim Glücksspielen saß und dachte, dass ihm alles zu riskant wurde, verließ den Keller.
Grund: „Ich muss gehen, ich habe oder ich bekomme kalte Füße“.

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Lügen, Lügen, nichts als Lügen…

Posted by nadine1imsprachzentrum - 16. November 2015

Na, wann hast du das letzte Mal gelogen? Es existieren viele Redewendungen rund um das Thema Lügen:
Lügen, dass sich die Balken biegen, das Blaue vom Himmel herunter lügen, Lügen wie gedruckt und Lügen haben kurze Beine, um nur einige davon zu nennen.

Doch woher kommen sie?

Schauen wir uns zunächst mal die erste Redewendung Lügen, das sich die Balken biegen, an. Balken dienen beim Bau eines Hauses zur Stütze. Ohne Balken würde das Dach des Hauses zusammenfallen. Wie jeder weiß, ist lügen moralisch gesehen unrecht. Wer lügt, nimmt eine schwere Bürde oder Last auf sich. Diese Last, mNeues Bild (6)it der man nach seiner Lüge leben muss, die man tagein, tagaus tragen muss, kann so schwer sein wie die Balken, die das Dach stützen. Wenn aber dieser Balken bricht oder einen Schaden hat, droht die Gefahr des Einsturzes. Ähnlich ist es mit dem sinnbildlichen Balken des Lügens: Wenn man gelogen hat, verliert man das Vertrauen seiner Mitmenschen. Übrigens lässt sich dieses Redewendung bereits im Mittelalter finden.

Das Blaue des Himmels, um zu unserer nächsten Redewendung zu kommen, scheint für uns Menschen unerreichbar, fern und nicht greifbar. Neben diesen Bedeutungen scheint Blau auch oftmals für Täuschung zu stehen. Jemand, der das Blaue vom Himmel lügt, ist demnach sehr begabt darin. Ihm gelingt es sogar, die Menschen davon zu überzeugen, dass der Himmel gar nicht blau ist.

Oftmals kann man Menschen ansehen, dass sie lügen. Manche können einem nicht in die Augen schauen, andere zucken nervös oder überlegen zu lange. Somit können Lügner durch Beobachtung häufig entlarvt werden. Die Erfindung der Druckkunst im 15.Jahrhundert wurde deshalb zunächst skeptisch betrachtet. Gewissermaßen ohne Kontrolle sollte nun geglaubt werden, was auf dem Papier stand. Vor allem bei zwei kontroversen Meinungen, die aufeinander trafen, war man stets davon überzeugt, dass die andere Seite, die Unwahrheit sagt, also lügt wie gedruckt.

Kommen wir nun zu unserer letzten Redewendung. Eine Person mit kurzen Beinen kann nicht so lange laufen und nicht so schnell rennen. Demzufolge kann diese Person nicht weit kommen. Dies bedeutet: Eine Person, die lügt, kann nicht lange mit dieser Lüge weitermachen. Die Lüge wird schon bald ans Tageslicht kommen.

Was lernen wir daraus? Lügen lohnt sich meistens nicht. Man verliert mehr, als man gewinnt, denn:
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht.

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