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Das Blog des Sprachzentrums TANDEM Göttingen

Zeug und Zeugnis und Zeuge und Zeugma

Posted by hilkoimsprachzentrum - 11. April 2012

Zeug ist ein wunderbares Wort, das man sehr vielseitig einsetzen kann. Wenn auf dem Bett von einem meiner Kinder zum Beispiel Legosteine, eine Hose, Buntstifte, Bilderbücher und ein kaputter Luftballon liegen, kann ich sagen: „Kannst Du bitte das ganze Zeug mal wegräumen?“ Zeug ist in dieser Bedeutung immer Singular und ein etwas abwertender Begriff für eine Menge Sachen, die man nicht einzeln aufzählen will. Schön ist auch der Ausdruck „Dummes Zeug!“, eine Reaktion darauf, dass jemand etwas gesagt hat, dem ich ganz und gar nicht zustimmen kann.

Wer einen Kurs macht, möchte hinterher meistens gern ein Zeugnis haben. Ein Zeugnis ist ein Dokument, das eine eigene Leistung beurteilt. Wenn ich also am Ende meines Sprachkurses ein gutes Zeugnis bekomme, heißt das, dass ich die Sprache gut gelernt habe. In manchen Situationen braucht man auch ein Führungszeugnis, das ist ein Dokument, das zeigt, ob man schon mal wegen einer Straftat verurteilt wurde. Dieses Zeugnis sollte am besten leer sein.

Wenn man doch verurteilt wurde, dann liegt das vielleicht daran, dass es Zeugen gab. Ein Zeuge ist jemand, der etwas beobachtet hat, einen Unfall zum Beispiel, oder eben einen Banküberfall, und anschließend darüber etwas sagen kann.

Aber was ist ein Zeugma? Ein Zeugma ist die Verbindung von zwei Satzgliedern, wobei man ein logisch  notwendiges Stück weglässt. Das gibt es zum Beispiel manchmal bei Verben, die allein oder in bestimmten Zusammensetzungen vorkommen:

„Das Zeug gehört mir und in den Schrank!“
(hier wird „gehören“ in zwei Bedeutungen gebraucht: einmal als „jemandem gehören“ und einmal als „an einen Platz gehören“. Das ist eine Spielerei mit der Sprache; normalerweise sollte es heißen „Das Zeug gehört mir und gehört in den Schrank“ – weil „gehören“ eben in zwei Bedeutungen benutzt wird.)

Ein anderes Beispiel hat der deutsche Dichter und Komiker Heinz Ehrhardt gebracht:

„Ich fror vor mich hin, denn nicht nur meine Mutter, auch der Ofen war ausgegangen.“
(hier wird „ausgehen“ einmal für eine Person im Sinne von „weggehen“ und einmal für den Ofen im Sinne von „kalt werden“ benutzt).

Ein Zeugma wirkt oft lustig und manchmal versteht man es erst beim zweiten Mal. Probiert es mal aus!

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